Currentibus de rebus III

20110701, 1848

Bezug: Muslimbrüder zu „begrenzten“ Kontakten mit USA bereit

Die „amerikanische Politik der Unterstützung für Diktatoren zum Schaden der Völker in dieser Region“ kann ja bei nüchterner Betrachtung der Realitäten nicht dahin verstanden werden, dass etwa ein mit wahrhaft despotischer Macht ausgestatteter Regent über sein Volk geherrscht hätte. Vielmehr waren (und sind) es die US-Militärs (bzw. die Waffenlobbies), die gleichsam im Durchgriff über das von ihnen ausgebildete und ausgestattete, sohin dominierte „einheimische“ Heer den Staat (seiner Bodenschätze oder strategischen Bedeutung wegen) drangsaliert haben, an dessen theoretischer Spitze bewusst und gezielt jemand stand, den man bei Bedarf jederzeit kaltstellen (und durch die nächste Marionette ersetzen) konnte, indem man ihm fehlendes Demokratieverständnis vorwarf.

Je nachdem, wie sich dieser „Herrscher“ dem eigenen Volk gegenüber tatsächlich verhielt, was er für es herauszuholen verstand, wurde er von ihm geachtet oder (so wie die USA auch) gehasst.

Es wäre schon an der Zeit, endlich darüber aufzuklären, ob es tatsächlich und berechtigter Weise, also mit Aussicht auf Erfolg, eine Mission gibt, die da verfolgt wird, und mit der Umlaufbahn der Erde zu tun hat, bzw. damit, sie auf dieser zu halten oder sie (wieder) auf eine zu bringen; oder auch sie (in ihrer Umlaufgeschwindigkeit und/oder Eigenkreisbewegung) (wie ich vermute) zu bremsen, um deren Katapultierung hinaus ins All zu verhindern; nämlich das alles durch Aufbau einer mächtigeren Schicht von ionisierender Strahlung rund um sie herum. – Oder aber ob das (auch) alles nur erlogener Trug und Lug ist, um Vorwand zu haben, eine industrialisierte Welt mit ihren Sklavereistrukturen aufzubauen.

Das (die Untersuchung und Aufklärung) hätte eine prioritäre Aufgabe der UN zu sein, weil davon so manche (menschenrechtliche und global-politische) (Rechts-)frage abhängt!

Man braucht sich ja nur etwa die Iranische oder die Türkische (Osmanische) Staatsflagge anzusehen und erkennt darauf (mit ein wenig Phantasie) die Erde mit ihren atmosphärischen Schichten, die gewiss eine Rolle spielen, bei geo- und astrophysikalischen Gegebenheiten und Zusammenhängen…

Bezug: Rasmussen: Europa verliert Fähigkeit, Krisen zu bewältigen

Für meine Tochter, die in drei Wochen ihren 13. Geburtstag feiert, und für deren Kinder wünsche ich mir ein Europa, das derart von politischer und wissenschaftlicher Kompetenz strotzt, dass überall auf diesem Globus Wert auf seine Sicht der Dinge gelegt und ihr auch gefolgt wird, weil es die richtige sein wird.

In einem solchen Europa werden unsere Kinder und Kindeskinder die Ressourcen und Kräfte, die jetzt in die Waffenproduktion und deren Anwendung fließen, für Soziales und die technische Aufrüstung von umweltverträglichen Überlebensstrukturen auf dem ganzen Erdball aufwenden.

Mir liegt fern, Herrn Rasmussen zu beleidigen, aber er gehört einer (Nach-)Kriegsgeneration an, der die Gewalt und die Schrecken davor noch so tief im Nacken sitzen, dass die Irrmeinung, es gehe ohne sie nicht, sie vollends bestimmt.

Ich wünsche mir ein Europa, das zu den friedliebenden Führungsregionen der Erde zählt.

20110703, 1429

Wie ich unten (Suchstichwort: Ratingagenturen) nachgewiesen habe, unterliegen Ratingagenturen nach der  VERORDNUNG (EG) Nr. 1060/2009 DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES vom 16. September 2009 über Ratingagenturen,  Rechtsvorschriften, bei deren Beachtung für sie nicht infrage kommt, Staaten, die deren Illiquidität mit der zwangsweisen Einhebung finanzieller Mittel beheben, als zahlungsunfähig einzustufen. Eine solche Einstufung wäre vielmehr grotesk und paradox, jedenfalls aber rechtswidrig, weil sie die souveräne Staatsmacht und deren Fähigkeit zur Auftreibung finanzieller Mittel durch hoheitlichen Zwangsakt negierte, was an der (juridischen) Realität vorbei ginge, sodass ein solches Rating, dessen Prämissen die Ratingagentur offenzulegen hätte, von den Marktteilnehmern nicht zu beachten wäre, ohne dass sie sich dadurch Haftungen aussetzten.

Alles andere ist Hochverrat!

20110704, 1838

Man scheint diese Ratings für heilige Kühe zu halten. Dabei erlaubt und gebietet das einschlägige EU-Recht klar, von ihnen abzuweichen, wenn es triftige Gründe dafür gibt, sie etwa auf falschen Prämissen beruhen oder aus diesen falsch folgern.

Der Finanzmarkt ist zu einem beträchtlichen Teil (immer noch!) aufgeblasen. Dort gehört er gezielt geschröpft. Die „Griechenland-Kriese“ ist eine hervorragende Gelegenheit dazu, weil man hier und jetzt gegenüber den „Gläubigern“ am längeren Ast sitzt.

Griechenland muss – mit Genehmigung der Kommission – ein Gesetz verabschieden, das die Anleihen dort und in dem Masse für verfallen erklärt, wo bzw. in dem solche Blasen betroffen sind.

Das ist notwendiger Ausdruck von Souveränität und hat nichts mit Insolvenz zu tun: Der betroffene Teil der „Schuld“ entstand durch (damals opportune) Wirtschaftsstützung, deren Mittel jetzt wieder eingesammelt werden.

1912

Meine Rede, dass man alles hochgehen lassen sollte. Um sodann die Eigentümerstrukturen von Banken grundlegend neu (und leistungsorientiert, also geldwertrelevant) zu gestalten.

Die Derivaten-Jongleure gehören ebenso in die Wüste geschickt wie die Lug-und-Trug- sowie Tand-Schund- und Glitterindustrie.

Aber das sind freilich Vorhaben, die sowohl ihrem Aufwand als auch ihrert Umsetzung und Wirkung nach einem halben Dutzend von Revolutionen gleich kommen.

Das ist also nichts für die derzeit im „Amt“ befindlichen Politiker…

2253

Denn in Wahrheit hat Griechenland mit seiner Anleihepolitik nichts weiter getan, als aufgeblasenen Scheingeldwerten ein staatlich abgesichertes Gesicht vorübergehend zu verleihen.

Mit etwas deutlicheren Worten könnte man auch sagen, Griechenland habe Geldwäsche betrieben, indem es aufgeblasenes Scheingeld (im Übrigen: Falschgeld! §§ 232 bzw. mehr noch 237 StGB) gegen die Ausgabe von konvertiblen Anleihen hereingenommen hat.

Diesem Waschvorgang soll jetzt durch die Verfallserklärung der Stecker gezogen werden.

20110707, 2104

Dass eine immigrante Frau

1.) nach ihrer Vergewaltigung, in der dadurch ausgelösten Verstörung, vorerst noch weiter ihrer Arbeit nachgeht, ehe sie ihre Vorgesetzten informiert,

halte ich für wahrscheinlicher bzw. glaubwürdiger, als dass sie

2.) nach freiwilligem Sex mit einem prominenten Gast, der sie – nach dessen Angaben – lediglich nicht bezahlen wollte,

a) während der anschließenden weiteren Arbeit beschließt, wahrheitswidrig eine Vergewaltigung zu behaupten,

oder gar

b) einen schon früher ausgeheckten Plan, eine Vergewaltigung zu behaupten, erst nach solcher weiteren Arbeit umzusetzen beginnt, indem sie ihre Vorgesetzten informiert.

Zu beachten ist dabei, dass ein Einverständnis über die Entgeltlichkeit, sei es ausdrücklich oder von ihrer Seite etwa still angenommen gewesen, bzw. dessen nachfolgende Enttäuschung vom Opfer durchaus als Vergewaltigung verstanden werden kann, was auch nachvollziehbar ist: Mit jemand des Geldes wegen Verkehr zu haben, und sodann von ihm um die Rechtfertigung der Hingabe geprellt zu werden, verletzt eines Gefühle wohl ebensosehr, oder doch wenigstens vergleichbar heftig, wie ein erzwungener Verkehr.

Die Frage ist also in der Tat, ob DSK, als er mit ihr Verkehr hatte, wusste bzw. ernsthaft für möglich hielt und sich, obwohl er die Absicht hatte, dem nicht zu entsprechen, damit abfand, dass sie ihre Dienste (von ihm) entgolten haben wollte.

Wenn nicht vielleicht die Sittenwidrigkeit im Wege stünde, läge hier sogar eine Art von Betrug vor.

Dass sie vor Gericht hinsichtlich der weiteren Arbeit gelogen habe, kann auch bloß damit zu tun haben, dass sie Angst hatte, man werde ihr die Vergewaltigung nicht glauben, wenn sie angäbe, vorerst weiter gearbeitet zu haben; was sogar für eine erhöhte Glaubwürdigkeit der Zeugin spräche, sofern ihr nicht Verschlagenheit absonderlichen Ausmaßes zu eigen sein sollte.

Im Übrigen: Warum sollte man eine Vergewaltigung nicht „zu Geld machen“, will also heißen, seine Ansprüche daraus geltend machen, und die alleweil brenzlige Situation mit einem Freund besprechen dürfen, auch wenn der gerade im Gefängnis sitzt!

Hier scheinen mir der Gemeinplätze zu viele auf einander zu treffen, als dass nicht an eine ausgetüftelte Konstruktion zu denken wäre: eingefädelt aber nicht vom mutmaßlichen Opfer!

Und zu all den andern Schwachstellen in der Vergangenheit des mutmaßlichen Opfers: Mitunter werden auch, oder gerade deshalb Frauen vergewaltigt, die ein schwaches Standing haben, weil man erwartet, in ihnen keine Gefahr sehen zu müssen. – Und dass es „erkauftem“ Sex einen besonderen Kick der Machtausübung geben kann, die Dienstleisterin um den Lohn zu prellen, liegt auch in der Natur gerade des Menschen vom Schlage eines DSK.

20110720, 1822

Ich zitiere Artikel II. des Friedens von Campo-Formio (1797), wie er von mir aus dem Französischen übersetzt worden ist:

ART. II. Sogleich nach Austausch der Ratifikationen des vorliegenden Vertrags werden die Vertrag schließenden Parteien alle Sequestrationen aufheben, die über die Güter, Rechte und Einkünfte der auf den betreffenden Territorien und den damit vereinigten Ländern ansässigen Privatpersonen sowie der dort gelegenen öffentlichen Einrichtungen verhängt worden sind; sie verpflichten sich, alles, was sie für von diesen Privaten und öffentlichen Einrichtungen an sie verliehenes Kapital schulden können, zu begleichen und alle zu deren Gewinn auf jede von ihnen gestifteten Renten zu bezahlen oder zu erstatten.

Der vorliegende Artikel wird der Zisalpinischen Republik gemein erklärt.

Vorauszuschicken ist, dass die Zisalpinische Republik auch Teile der vormaligen Republik Venedig umfasste, womit der Konnex zu den Ionischen Inseln und dem heutigen Griechenland (zusätzlich) hergestellt ist.

Diese Sequestrationen (Streitverwaltungen) bzw. deren Verhängung stellte offenbar einen der vorderen Kriegsgründe dar, was aus der exponierten Stellung deren Aufhebung und Regelung im Artikel II folgt. Die sich immer wiederholende Historie!

Tout ce qu’elles [die Vertrag schließenden Parteien] peuvent devoir. In diesem können steckt sowohl die volkswirtschaftliche Anspannungsfähigkeit, als auch die Staatsräson gegenüber sich aus dem Subordinationsverhältnis stehlenden Subjekten, als auch die Verantwortlichkeit gegenüber der Dritten Welt, insbesondere Afrika, für Jahrhunderte der Ausbeutung deren Bodenschätze, als auch eine sozialpolitische Notwendigkeit, Geldmittel aus Schund, Tand und Glitter einzuziehen; siehe insbesondere zu letzterem Grund schon den Rezess von Regensburg (1471) mit seinen Bestimmungen über die Geldwertbindung sowie die Abschöpfung überflüssiger Geldmittel.

Renten „zu deren Gewinn“, also insbesondere über der Inflation gelegene; oder eben nicht für ungültig erklärte Renten, die „auf die Vertragsparteien gestiftet“ sind, also auf diese als Bezogene: von wem, namentlich, wie man vordergründig annehmen wollte, den Vertragsparteien, wird wohlweislich nicht gesagt, weil die hochverräterische Dominanz der Finanzmarkt-Player vorhergesehen wurde bzw. eingeläutet war; nicht zuletzt (auch) zu dem Zweck, die der Genusssucht verfallenen Völker Europens am Gängelband zu haben, wo es darum geht, erstens einen massiven Rückbau von Tand-, Schund- und Glitter-Industrie zu sichern und zweitens deren Pflicht in Erinnerung zu rufen, mehr für das Überleben der Völker der Dritten Welt zu tun.

Rembourser. Nach welchen Kriterien dabei eine Kapitalisierung etwa erfolgen sollte, wird nicht ausdrücklich gesagt, weshalb bloß die schon zuvor für das Kapital erschlossenen gelten können.

Wer mit diesem, ihm an die Hand gegebenen Instrumentarium nicht zurande kommt, eine ziselierte Lösung hoheitlich zu verordnen, ist ein Hochverräter bzw. dessen Mitläufer!

20110721, 1841

Andererseits: Inflation folgt aus minderwertiger Wirtschaft, sodass Gläubiger Geld schlecht (an die Falschen) verliehen hätten, woraus folgt, dass eine Inflationsabgeltung durch Zinsen (gegenüber dem Verlust durch schlechte Vergabe) bereits Gewinn darstellte; sodass folgerichtig schließlich jedweder Zinssatz zur Gänze Artikel II. unterliegt.

Auch wenn vermutlich heute noch kaum jemand so richtig weiß, wie vorzugehen sei, um das zu erreichen, so steht doch unzweifelhaft fest, dass besagter Rückbau dringend zu erfolgen hat. Jedweder technische Fortschritt ist in erster Linie zur Sicherung des Überlebens der Menschheit als Ganzes gedacht und einzusetzen, und überhaupt nicht zum persönlichen Vergnügen oder zur Befriedigung pervertierter Bedürfnisse, wie Genusssucht und Statusdenken.

Wer nicht nur an heute, sondern an morgen und schon gar an übermorgen denkt, sieht niemals und nirgendwo mehr einen Weg an dem vorbei.

2047

Bezug: Ahmadinejad: Tehran has already taken one step toward IAEA

Dass das Euro-Zonen-Problem einer umfassenden Gesamtlösung bedarf, sagt nicht, dass diese nicht in einer Step-by-step-Lösung bestehen kann bzw. sogar muss.

Zeitgewinn ist dabei nicht verpönt, aber nicht seiner selbst willen sondern, um den nächsten Schritt nach dem Gesamtkonzept im Detail zu planen und anzugehen und so fort.

Kosmetika werden nicht mehr akzeptiert!

20110725, 1205

Bezug: Syria approves formation of new parties, ‚with conditions‘

Die Menschen haben nicht alle einerley Kräffte des Verstandes, und daher geschieht es, daß sie die Sachen, welche ihnen vorkommen, nicht auf gleiche Art ansehen und betrachten.

[Ex: Wolff, Vollständiges Mathematisches Lexicon, Leipzig (1734), Vorrede.]

Welche also sollten diese Bedingungen sein, die eine numerische Mehrheitsherrschaft wundersam zu rechtfertigen imstande wären?

1238

Bezug: Oslo-Attentäter tötet auch Stiefbruder von Mette-Marit.

Die Öffentlichkeit nicht nur in Norwegen hat alles Recht darauf zu erfahren, aus welchen Motiven ein Mensch zu solchen Taten gelangt ist, was ihn dazu getrieben hat; um die Gelgenheit zu erlangen, dass jeder Einzelne an seinem Sozialverhalten das zu ändern suche, was etwa an Beitrag zur gesellschaftlichen Konstitution ursächlich sein hätte können.

Ein Ausschluss der Öffentlichkeit hätte nicht nur fatale Folgen, er verstieße auch gegen den Komplex des Menschenrechts auf freie Meinungsäußerung, und im konkreten Fall sogar gegen jenes auf ein faires Verfahren, denn nicht die Unterdrückung der Wahrheit, sondern bloß deren Offenlegung zum Bedenken aller kann Prävention sicherstellen.

Hat im Übrigen nicht Premier Stoltenberg etwas gänzlich anderes angekündigt, denn den Verschluß der Tore vor der Wahrheit?

20110726, 1053

Artikel 10 der Europäischen Konvention zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten lautet:

Freedom of expression

1. Everyone has the right to freedom of expression. This right shall include freedom to hold opinions and to receive and impart information and ideas without interference by public authority and regardless of frontiers. This Article shall not prevent States from requiring the licensing of broadcasting, television or cinema enterprises.

2. The exercise of these freedoms, since it carries with it duties and responsibilities, may be subject to such formalities, conditions, restrictions or penalties as are prescribed by law and are necessary in a democratic society, in the interests of national security, territorial integrity or public safety, for the prevention of disorder or crime, for the protection of health or morals, for the protection of the reputation or rights of others, for preventing the disclosure of information received in confidence, or for maintaining the authority and im-partiality of the judiciary.

Nach dem zweiten Satz des ersten Absatzes schließt das Menschenrecht auf Ausdrucksfreiheit somit auch das Recht ein, „eine Meinung zu vertreten und Informationen und Ideen ohne Einmischung staatlicher Behörden zu empfangen und zu vermitteln„.

Dieses Recht darf nach Absatz 2 nur genommen bzw. eingeschränkt werden, wenn bestimmte überwiegend öffentliche Interessen verletzt wären.

Das Böse gedeiht prächtig im Dunkeln, im Verschwiegenen, im Tabu und verborgen. Es löst sich als Objekt der Abscheu, der Ablehnung und der Empörung, aber auch der verständigen Erkenntnis des Menschlichen in ihm auf, wo es offen am Pranger steht bzw. mit all seinen Ursächlichkeiten betrachtet und dadurch neutralisiert, da logisch entschlüsselt wird.

Es ist schlicht unwahr, dass die Beweggründe und Hintergründe für eine Starftat, und sei sie noch so grausam, aus Gründen des öffentlichen Interesses von der Kenntnisnahme durch die Öffentlichkeit ausgenommen werden müssten. Das Gegenteil ist wahr.

Und ebenso, wie vor Gewalt triefende Computerspiele nicht Ursache, sondern (weitere) Folge einer gemeinsamen Ursache des Gewaltverbrechens sind, so braucht auch nicht befürchtet werden, dass durch solche Öffentlichkeit die Menschen vom Bösen angesteckt würden. Denn dies kann nur dort der Fall sein, wo das Böse als Folgeerscheinung des tiefenpsychologischen Wiederholungszwanges in Ermangelung eines „wissenden Zeugen“ [Alice Miller, Du sollst nicht merken] bereits im Betreffenden wohnt, sodass er sich nicht mit Abscheu abwendet, sondern versucht wird.

Die Offenlegung der Ursachen der Tat aber ermöglicht Hellhörigkeit und proaktive Aufmerksamkeit unter der Bevölkerung zu fördern, um frühzeitig die Gefahr eines Ausbruchs zu erkennen. Dass solche Täter zuvor meist als „besonders zuvorkommend und höflich, sowie freundlich“ empfunden wurden, ist nur möglich, weil der Umwelt gerade durch die Verschleierung der Ursachen der Scharfsinn und die Feinfühligkeit für Signale, die ein solcher sehr wohl aussendet, fehlen.

Und desgleichen hat nicht nur die restliche Bevölkerung (auch außerhalb Norwegens) das Recht auf Information, sondern auch der Täter das Recht auf Mitteilung, denn trotz allem ist und bleibt er Mensch, der als solcher Täter nicht geboren wurde, sondern zu ihm innerhalb unserer Gesellschaft geworden ist, sodass ihm das Bedürfnis und das Recht nicht abgesprochen werden darf noch kann, uns mitzuteilen, wie dies kam, auf dass wir suchten, es nie wieder so kommen zu lassen.

Der 2. Satz des 1. Abschnitts des 14. Zusatzes zur US-Verfassung lautet:

No state shall make or enforce any law which shall abridge the privileges or immunities of citizens of the United States; nor shall any state deprive any person of life, liberty, or property, without due process of law; nor deny to any person within its jurisdiction the equal protection of the laws.

Im hervorgehobenen Passus der US-Verfassung steckt das Recht eines jeden darauf, dass die Gesetze auch gegenüber jedem anderen, auf den sie anwendbar sind, gehörig angewandt werden; denn wo gegenüber anderen staatliches Unrecht herrscht, ist auch das Unrecht gegen einen selbst nicht weit.

Insbesondere das Norwegische Volk sollte daher mit Nachdruck darauf dringen, dass die Öffentlichkeit im Prozess nicht ausgeschlossen wird.

Damit würden wir auch verschont vor all diesen Experten der Psychologie, die jetzt kommen und alles besser wissen wollen, ohne den eigentlich Betroffenen zu Wort kommen zu lassen, und dabei nur regimeverträgliche Verklärung und Verbrämung betreiben, die um ein Vielfaches gefährlicher ist als Anders Behring Breivik!

Lasst uns alle Zeugen dafür sein, dass wir alle gemeinsam mitunter Bestien hervorbringen! Auf dass es alle wüssten, um ihm nie wieder – vom Unbewussten fehlgeleitet – zu verfallen.

20110727, 1237

Dass höchste Politiker medienwirksam und für den Augenblick beruhigend Ankündigungen über Freiheit und Offenheit machen, während die Vollzugsbehörden (unter deren Verantwortung) das Gegenteil vollziehen, macht psychisch krank und erzeugt phsychotischen Druck, der sich entladen will.

Taten wie diese in Norwegen werden demnächst rasant zunehmen, ob dieser geisteskranken Verlogenheit, die sich anmassen will, uns zu regieren.

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