Das Wormser Konkordat (1122)

Bevor ich meine Übersetzung aus dem Lateinischen – dieses in zwei Versionen zugänglich bei Dumont, Corps universel diplomatique du droit des gens, Tome I/1, La Haye/Amsterdam (1726), 66 – der Konvention vom 23. September 1122, zwischen Heinrich V. (Salier), Kaiser des Hl. Römischen Reichs, und dem Papst Kalixt II., genannt das Wormser Konkordat, darstelle, will ich dem geschätzten Leser den Text einer E-Mail voranstellen, die ich am 3. Mai 2008 in kleinstem Kreis versandte:

Anschließend an mein Telefonat von gestern Abend, da ich unter Bezugnahme auf die Unterbrechung „von Rechts wegen“ von einberufenen Bischofssynoden bei Vakanz des hl. Stuhles bzw. auf „die Sachen“ des Papstes in diesem Zusammenhang (je nach Codex juris Canonici) mutmasste, dass diese „Sache“ das alte germanische Thing meinen könnte, in praxi wenigstens; sowie an mein heutiges Telefonat, wonach dies in direktem Zusammenhang mit einem Brief des Iranischen Vertreters bei den UN (siehe Bericht bei irna.ir von vor ein paar Tagen) an den SC-Präsidenten und den SG zu sehen sei, aus dem (dort) ein an sich üblicher Standardsatz zitiert war, der insofern vom Standard abwich, als er beides postulierte: die Zirkulation und die Kenntnisbringung an die SC-Mitglieder, zu sehen sei, was auf die Moskauer Deklarationen anspiele, wonach, wenn es um Deutschland geht, man nicht auf die UN angewiesen sei, was wiederum in Verbindung mit insbesondere dem Konzil zu Karthago deutlich darauf hinweise, dass der Holocaust vor 2000 Jahren geplant wurde;

habe ich also zu ergänzen, dass Artikel 106 UN-Charta eine Anwendung der entsprechenden Klausel des Friedens von Münster (1848) durch den SC der UN, wonach eine übergeordnete Vereinbarung den Frieden zwischen Frankreich und Deutschland brechen könne, nicht ausschließt, sondern lediglich bestätigt, dass nunmehr eine Instanz zwischen geschaltet ist, nämlich die der Parteien von Moskau, wobei darauf hinzuweisen ist, dass Frankreich seitjeher unter dem Titel der „Alliierten“ eine Sonderstellung einnimmt.

Das Sonderkonzil von Arles, im Übrigen, belegt die Raiffeisen’sche Kopfstandpartie, die die Bischöfe systemwidrig nicht zu Botschaftern des Stuhles macht, was bloß den Zweck haben kann, die zwischen diesen, die weltlichen Höfe und den wahren Geist zu schalten, der in den Verliesen gefangen gehalten und ausgebeutet wird.

Das bei Robinet zitierte Einladungsschreiben Konstantins spricht über die Spaltung Bände.

Man hat also sowohl der inhaltsleeren Machtstellung des Papstes als auch jener der Prinzen über die kirchlichen Konzile jene des altgermanischen Things entgegengestellt und damit zugleich eine Verbindung zu Afrika und den Urchristen widerhergestellt bzw. aufrecht erhalten.

Es folgt nun also die angekündigte Übersetzung, die ich kontinuierlich vornehmen und mit als Download hinterlegten Kommentaren versehen werde, wo mir dies angebracht erscheint:

Ich, HEINRICH, von Gottes Gnaden erhabener Kaiser der Römer, lasse um die Liebe Gottes und der Heiligen Römischen Kirche und des Herrn Papstes KALIXT, und um die Arznei für meine Seele, gegenüber Gott und dessen heiligen Aposteln PETER und PAUL, und zugunsten der Heiligen katholischen Kirche die vollständige Investitur mittels Ring und Stab unbenutzt und gestatte, dass in allen Kirchen, die sich in meinem Reich oder Imperium befinden, kanonische Wahl und freie Weihe stattfinden.

2. Besitztümer und Einkünfte des seligen PETRUS, die von Beginn dieser Zwietracht an bis zum heutigen Tage, sei es zu Zeiten meines Vaters, sei es auch durch mich, hinzugefügt worden sind, und die ich besitze, gebe ich ebenderselben Römischen Kirche zurück; die ich aber nicht habe, werde ich rechtsgläubig beschaffen, damit sie mögen zurückgegeben werden.

3. Die Besitztümer auch aller anderen Kirchen, und Prinzen, und aller anderen so sehr Kleriker als Laien, die in diesem Krieg verloren worden sind, werde ich entsprechend dem Ratschlag der Fürsten und der Gerechtigkeit, soweit ich sie habe, zurückgeben, soweit ich sie nicht habe, rechtgläubig helfen, dass sie mögen zurückgegeben werden.

4. [20110315, 1025] Und ich will dem Herrn Papst KALIST und der Heiligen Römischen Kirche und allen, die auf deren Seite sind oder gewesen sind, wahrhaftigen Frieden geben: und jenen, für die die Heilige Römische Kirche Hilfe von mir verlangt haben wird, werde ich rechtsgläubig helfen, und jene, über die sie sich bei mir beklagt, werde ich die sich geschuldete Gerechtigkeit tun lassen.

All dies ist geschehen mit Zustimmung und Rat der Prinzipaten, deren Namen darunter geschrieben sind:

ADALBERT, Erzbischof von Mainz
FRIEDRICH, Erzbischof von Köln
H…………., Bischof von Regensburg
OTTO von Babenberg, Bischof
H…………., Bischof von Augsburg
GODEBALD, Bischof  von Frankfurt
ULDARICH, Bischof von Konstanz
H…………., Abt von Fulda
HEINRICH, Herzog von Bayern
FRIEDRICH, Herzog von Schwaben
BRUNO, Herzog von Sachsen
DIEPOLD, Markgraf
  von Cham-Vohburg
BONIFAZ, Markgraf in der Toskana
THEOBALD, Markgraf
GOTTFRIED, Pfalzgraf am Rhein
OTTO, Pfalzgraf in Wittelsbach
ENGELBERT, Markgraf in Istrien
BERENGAR, Graf von Habsburg
THEODOR, Graf von Mömpelgard, und viele andere

BEKENNTNIS DES PAPSTES.

Ich, KALIXT, Diener der Diener Gottes, gestatte Dir, geliebtem Sohn, HEINRICH, von Gottes Gnaden erhabenem Kaiser der Römer, dass Wahlen der Bischöfe und Äbte des Deutschen Reichs, die das Reich angehen, in Deiner Anwesenheit sonder Simonie und irgendeine Gewalt stattfinden, damit, wenn davon im Umkreis Zwietracht aufgekommen sein wird, Du nach dem erzbischöflichen und der Prioren Ratschlag oder vielmehr Urteil der gesünderen Partei Beifall und Unterstützung leisten mögest. [20110316, 1035] Der erwählte Bischof aber wird die Regierungsgerechtsamen mittels der obersten Gewalt von Dir wiederbekommen, und was er aus diesem Recht Dir schuldet, wird er tun. Der Geweihte aus anderen Teilen des Reichs jedoch wird die Regierungsgerechtsamen mittels der obersten Gewalt von Dir binnen sechs Monaten wiederbekommen, und was er Dir aus diesem Recht schuldet, wird er tun: ausgenommen alles, was zur Römischen Kirche zu gehören erkannt wird. Worüber Du aber mir Beschwerde geführt und Hilfe verlangt haben wirst, werde ich gemäß der Schuld meines Amtes meine Hilfe leisten. Ich spende Dir wahrhaftigen Frieden, und allen, die auf Deiner Seite sind oder zur Zeit dieser Zwietracht waren. Geschehen im Jahre 1122, an den neunten Kalenden des Oktober.

Finis.

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