Die Allianz von Sens (1430)

Im Folgenden biete ich dem geschätzten Leser meine Übersetzung aus dem Lateinischen der Allianz von Sens zwischen Karl VII. von Valois, König von Frankreich, einerseits sowie Friedrich IV. von Habsburg (Tirol), (Titular-)Herzog von Österreich, andererseits, vom 15. September 1430, in der sich Letzterer gegenüber Ersterem verpflichtet, Heinrich VI. von Lancaster, König von England, sowie Philipp III. von Valois, Herzog von Burgund, „durch einen Herold“ den Krieg zu erklären. Der lateinische Text ist zu finden bei: Dumont, Corps universel diplomatique du Droit des Gens, Tome II/2, Amsterdam/La Haye (1726), 232, elektronisch abrufbar bei archive.org. (Siehe zur genannten Allianz auch unten bzw. unten; Suchstichwort je: Sens.)

[Corrigendum, 20110216, 1745: Dass es sich dabei um Kriegserklärungen gehandelt habe, habe ich der (nicht authentischen) französischen Überschrift, wie sie bei Dumont, aaO, zu finden ist, entnommen. Dass Dumont selbst dies nicht so ernst nahm, scheint daraus hervorzugehen, dass er von einer (direkten) Kriegserklärung durch einen Herold spricht, was desgleichen nicht korrekt ist. Siehe aber Näheres dazu unten!]

Es folgt die Übersetzung, die ich fortlaufend ergänzen und mit als Download hinterlegten Anmerkungen versehen werde (wobei ich hier hinzufüge, dass an sich zu jedem Satz seitenweise zu sagen wäre, ich mich aber auf das beschränke, was vermutlich am meisten interessiert):

KARL, von Gottes Gnaden König der Franzosen: Heil den Ganzen, die im Begriff sind, die vorliegenden Schriften zu erwägen! Wir halten das Sein dafür, wodurch Fürsten mehr hervorleuchten oder sogar mit lautem Lobgesang gegen den Himmel getragen zu werden gewohnt sind, als wenn sie erscheinen, die Wahrheit und den Glauben zu pflegen; da ja in menschlichen Angelegenheiten vom Glauben selbst nichts Würdiges vortrefflicher ersonnen werden kann, werden in der Tat Freundschaft, Liebe und Bündnisse von dessen Kraft und Gunst mit unerschütterlichem, würdigen Anstand beobachtet: Daher sollen wir da neulich aus dem Grund und zu Gunsten der Liebe und der Freundschaft gewisse Kapitel, Punkte und Artikel in Sachen gegenseitiger Verbündung und guter Verbindung zwischen uns und unseren Erben und Nachfolgern des Französischen Reichs einesteils; und dem vornehmsten und sehr mächtigen Fürsten FRIEDRICH, Herzog von Österreich, unserem teuersten und liebsten Blutsverwandten auch andernteils, zur Nützlichkeit, zur Ehre, zum Wohl und zu ewigem Frieden, zur Ruhe und zur reichlichen Ernährung welches  von unser beider Reich und Prinzipaten, und welcher von unser beider Herrschaften immer, und unserer Untergebenen, in Einklang gebracht, abgeschlossen und werden sie, von allen unseren Untergebenen aufgrund unserer gemeinsamen und wessen von uns immer Übereinstimmung, zufolge Edikt und Anordnung befolgt zu werden, befohlen haben; [20110210, 1115] außerdem sollen wir die Übereinstimmung in den, nach unserem beiderseitigen, einträchtigen und übereinstimmenden sowie ebendemselben Willen hinreichend zum Ausdruck gebrachten, gleichwohl abgegrenzten und bestimmten Bedingungen und richtigen Abmessungen in den besagten Kapiteln und Artikeln gewährt, und versprochen haben, jenes und jedes einzelne für sich, das in ebendiesen Kapiteln und Punkten enthalten, erwogen und abgeschlossen ist, mit je ausgedehnterer, schicklicher Feierlichkeit und Verpflichtung umso ausgedehnter zu tun, auszuführen und zu vollenden; gleichwie unser vorhergesagter Verwandter und Verbündeter freiheitlich gegenseitig versprochen und freien sowie guten Willens gelobt und verbindlich gemacht hat, auf sie selbst und deren Gesamtheit mit Mühe ordentlich hinzuwirken und deren Wirkung zu vollenden; je nachdem all dies in unsere und dieses unseres Verwandten Schriften ernster eingefügt, von oben abgefasst und ausführlicher erklärt worden ist, welcher Schriften Inhalt Wort für Wort unmittelbar nachfolgt und der solche ist:

[20110212, 1125] KARL, von Gottes Gnaden König der Franzosen: Heil den Ganzen, die im Begriffe sind, die vorliegenden Schriften zu erwägen! Wir machen bekannt und erkennen durch den Inhalt des Gegenwärtigen für uns und unsere Erben und Nachfolger in Zukunft in den gesamten Reichsgebieten Frankreichs an, dass wir in feierlicher Gesinnung den guten Willen und die Neigung zur echten Ergebenheit in Betracht ziehen, welche der berühmte und mächtige Fürst, der Herzog von Österreich, unser liebster Verwandter, Friedrich, soweit gegenüber unserer Mutter unerschütterlich an den Tag gelegt hat und unermüdlich zeigt, [20110214, 1436] und der stets mit außerordentlichem Streben begehrt hat, uns in den von uns gegen unsere Feinde geführten Kriegen zur Hilfe zu sein und Hilfstruppen zu leisten; der edlen Geistes und aus gutem Herzen angeboten hat, dass er ganz und gar, und seine eigene Person, sowie welche Güter auch immer, und die Kraft unserer vorhergesagten Majestät in deren wiederholten Schicksalswendungen zur Unterstützung und Hilfe gereiche: daher, zur stärkeren Bekräftigung desselben ehrenhaften und tüchtigen Willens und ruhmreicher Absicht, und damit im Übrigen auf geziemende Weise bekannt werde, dass zusammen mit desselben Untergebenen der Wunsch besteht nach Schutz und Obhut sowie mehr gesicherter, größerer und vollständigerer Kraft unseres Reiches und der übrigen Besitzungen sowie unserer Untergebenen, und seiner Gewalten, und gewiss auch nach Ruhe und ewigem Frieden jedes Einwohners ebenderselben; ist und hat er mit unseren hochgeachteten und treuen, unseren Teils aus besagtem Grund zur Anwesenheit ebendesselben Adels entsandten und von uns mit ausreichender Vollmacht zu dem weiter unten unmittelbar folgenden Wortlaut eigens beauftragten und bestimmten Botschaftern, dem Magister Simon Karl, Berater und unserem Zeughausmeister, und Johannes Framberg, Waffenträger und Schutzkustos unserer teuersten Mitregentin, der Königin von Frankreich, über die unten kundgegebenen Artikel, Punkte und Kapitel übereingekommen, übereingestimmt, sie aufgelistet, gegenseitig versprochen und abgeschlossen: [20110215, 1245] und die vorhergesagten Botschafter haben von sich aus wie auch unsererseits und in unserem Namen und kraft des Auftrags sowie der ihnen von uns, damit sie vorgelegt werde, eingeräumten Vollmacht ihrer selbst ebendies in Einklang gebracht, gegenseitig versprochen und in unmittelbar folgender Form und Weise einstimmig beschlossen.

Und zwar erstens, dass wir unter unserer Ehre und Würde versprechen und schwören, dass wir im Übrigen und demnächst auch unsere Erben und Nachfolger des Französischen Reichs unserem liebsten Blutsverwandten, dem großartigen Fürsten FRIEDRICH, Herzog von Österreich, und dessen Erben und Nachwelt zu Schutz und Verteidigung sein werden; und dass wir aus ganzem Können ebenderselben Ansehen, Vorteil und Interesse, wie es geziemend sein wird, pflegen und bewahren und Rat und Hilfe in allen für ewige Zeiten erlaubten und sittlich guten Dingen leisten werden, wann und sooft wir auch gefragt sein werden, so wie die Tugend der Freundschaft und die nahe Verwandtschaft des sehr klaren Blutes Freunde und Verbündete mit Recht in Anspruch nehmen und verpflichten; [1823] in der Art und Weise, in der uns unser genannter Blutsverwandter nach seinem freien Willen und umsonst angeboten und sich in seinen Schriften dazu verpflichtet hat, dass dies abzufassen sei: selbstverständlich dasjenige ausgenommen, womit wir das durchlauchtige Haus Frankreich und Verbündete, und unsere Untergebenen von allem Lug und Trug ganz und gar verschieden sind.  [20110216, 1346] Zumal die Hoffnungen von oben die Hoheit unseres vorgenannten Verwandten, des Herzogs von Österreich, in gnädiger göttlicher Nachsicht für ihre gehörigen Anstrengungen mit würdigem Ansehen in künftigen Zeiten entschädigen werden; und uns durch ebendenselben und seine offen stehenden Briefe eine Verpflichtung hinsichtlich der Kriegsführung zu unseren Gunsten, aus seiner Heimat, dem Elsass, heraus, bereitet und gezeigt worden ist; und wenn es auch noch so sehr in dessen Namen und Beschwerde die verräterischen Burgunder sind, die für unsere Majestät und als Ungehorsame und Aufständische hervortreten und möglichst hohe Schäden angerichtet haben; hat er gelobt, dies nach dem Feiertag des nächst bevorstehenden Heiligen Michael zu tun, was wir billigen und entschlossenen Willens dessen Neigung auf uns genommen haben.

[20110216, 1755] Auch hat unser besagter Verwandter und Verbündeter gewollt und versprochen, uns seine ausgedehnten, zu Heinrich, unserem alten Feind, der sich als König von England geriert, und zu Philipp von Burgund, der uns ungehorsam und aufständisch ist, in Widerspruch stehenden wissenschaftlichen Studien zu senden und sie uns oder von uns Abgesandten nach dem nächst bevorstehenden Feiertag Christi Geburt durch einen Herold zu übergeben und zu übermitteln, damit sie den vorgenannten Heinrich und Philipp mit Feierlichkeit und in solcher wie getan zu werden gewohnter Art und Weise übersandt werden. [20110217, 1845] Über den Vortrag und die Überreichung welcher Studien und über den Zeitpunkt, in dem sie werden überreicht werden, werden wir ebendiesen unseren Verwandten und Verbündeten veranlassen, dass Bescheid gegeben werde, damit er davon selbst nach oben auch ohne List und ohne was auch immer für einen Trug in Kenntnis gesetzt werde. [20110220, 1635] Und was uns unser schon erwähnter Verwandter und Verbündeter trotzdem ferner versprochen und eigenen Willens sowie eines freien Mannes würdig vorgezeigt hat, ist, dass er (sich mit der gewappneten Intelligenz vergleichen und) zusammen mit ebenderselben bewaffneter Macht Vorkehrungen treffen wird, damit sie vor Ablauf des nächstfolgenden achten Tages des zukünftigen Monats April in desselben Heimat, dem Elsass, auf eigene Kosten und Ausgaben bereit sein wird, und er zu unserer guten Überzeugung im Nachhinein in unser besagtes Reich eindringen und in unserem Reich selbst durch Monate mit seiner besagten Armee und seinen Genossen auf eigene Kosten und Ausgaben unsere Teufel, Feinde und Aufständischen, um wie viel besser er können wird, überfallen, schädigen und bezwingen und wollen wird, dass wir ebendiesen unseren Teufeln, Feinden und Aufständischen auf die gleiche Art zusammen mit unseren Leuten den Krieg bereiten, je nachdem es in die darüber abgefassten Schriften seiner (ihrer) selbst ausführlicher eingefügt wird.

[20110222, 1126] Und so nehmen wir in diesem wünschenswerten Geiste auf uns, lassen uns gefallen und verheißen, nach dem genannten Zeitpunkt von unseren anzustellenden Unternehmungen, im Einzelnen und besonders den kriegerischen, den vollständigen Adel ebendesselben unseres Verwandten und Verbündeten zu verständigen; und stimmen angesichts der rühmlichen Verdienste ebendesselben unseres Verwandten und Verbündeten gegenüber unserer Gunst, und während andere verschiedene Erwägungen in Richtung dieser unserer Stimmung den Ausschlag geben, von oben her überein und fügen uns unserem besagten Verwandten und Verbündeten, dem Herzog von Österreich; wenn nun irgendwelche Gemeinden, Dörfer, Städte, Lager oder andere heftig wahrnehmbare Stellungen, sei es, dass sie (militärisch) hervorbrechen und sich ausbreiten, sei es, dass die Existenz und Ausdehnung aus eigenem Erbgut oder aus, durch unsere Teufel und Feinde manipuliertem, Vermögen erfolgt, mit Hilfe von unserem Verwandten und Verbündeten selbst und dessen Heer, durch seine Kraft oder wenigstens Zusammensetzung oder auf anderem erlaubten Wege von unseren Teufeln und Feinden selbst her werden wiedererlangt und würden zusammengesucht und zu unserem guten und wirklichen Gehorsam zurückgeführt werden; [20110223, 1030zugleich wird unser Verwandter und Verbündeter imstande sein, Derartiges zu halten und zu besitzen, sogleich nach unserem geheimen Einverständnis und Willen; und es wird für die anderen in Betreff diesen und welchen von beiden Unternehmens teils von uns, teils von ihm abgefasst und aufgesetzt worden sein, inwieweit sie sich mit unserer oder der Hilfe unseres genannten Verwandten selbst leiten und regieren und sich vollständig an allen Früchten, Erträgen, Vorteilen und Einkünften derartig der Gemeinden, Dörfer, Städte, Lager oder anderer heftig wahrnehmbarer Stellungen und derer Ausdehnungen erfreuen werden.

[1828] Des weiteren einigen wir uns und stimmen überein, dass über die Gefangenen und Inhaftierten, die durch die Leute des Heeres unseres Verwandten und Verbündeten, doch solange als er zu unserer Unterstützung und Hilfe sein, und seine Männer und Macht zu unseren Gunsten und für unseren Kampf zur Verfügung stellen wird, festgehalten und gefangen worden sein werden, sei es in Zusammenstößen oder anderen Tumulten oder kriegerischen Antrieben, oder auch bei der Inbesitznahme oder Ablieferung der Dörfer, Gemeinden und Lager; ebendieser unser Verwandter und Verbündeter zum Wohlgefallen seiner selbst frei verfügen und nach seinem Willen bestimmen kann, und dies stets ohne Lug und Trug oder welche Täuschungen auch immer.

[20110224, 1044] Darüber hinaus stimmen wir überein und versprechen wir, dass, wenn im Übrigen irgendjemand genösse, unserem besagten Verwandten und Verbündeten oder seinen Herrschaften dessen Krieg zu bereiten oder Schaden zuzufügen, wir dies aufhalten und verpflichtet sein werden, ihm zuvorzukommen und hinderlich zu sein, so wie wir nur können werden, und dass wir hinsichtlich jener und gegen jene, sooft wir nur erforderlich sein werden, zu Rate, Beistand und Unterstützung sein und Hilfe leisten werden, ohne irgendeine Täuschung oder List.

[20110226, 0927] Auch finden wir für gut, stimmen überein und willigen ein in eine größere Andacht unseres schon genannten Verwandten und Verbündeten und in eine vollständigere Sehnsucht; und rücksichtlich dieses vorliegenden Vertrags und Bündnisses, sowie im Übrigen werden wir mit unseren vorgenannten Boten (Nachrichten) oder welchen anderen (Vertretern) auch immer, mit denen sich wegen unserer gemeinsamen Freundschaft und Verbündung ereignen würde, dass wir in zukünftigen Zeiten im Krieg sind, Waffenruhen, Kriegsabstandserklärungen oder irgendeinen Pakt des Friedens und der Freundschaft nicht abschließen noch zustimmen, dass solche abgeschlossen werden; indessen werden wir auch mit welchen anderen Fürsten, Mächten und Gemeinschaften auch immer Verbündungen oder Freundschaften (nicht) verhandeln, ja vielmehr werden wir jene vorher unserem besagten Verwandten und Verbündeten anzuzeigen und zu melden veranstalten oder anzeigen lassen: wenn nicht etwa in jenen Waffenruhen, Kriegsabstandserklärungen, Friedens- und Eintrachtstraktaten, Freundschafts- und anderen Bündnissen und Verbindungen, falls es nach seinem Willen oder Wohlgefallen gewesen sein wird, sich als ausdrücklich enthalten erwiese und namentlich umfasst worden wäre, dass er selbst gehalten sein wird, uns unverweilt (und im Geheimen) zu berichten und dies umgekehrt zu erfüllen, zu vollenden und zu tun. [20110228, 0945] Obendrein (und von oben her) bekräftigen wir als (und wegen des) Grund(es) der Freundschaft und des Gehorsams, die unser vorhergesagter Verwandter und Verbündeter, der Herzog von Österreich, dankbarer und anständiger Gesinnung für uns aufzuwenden gut eingerichtet hat, dass wir demnächst seine Person zusammen mit dem vornehmen und großartigen Fürsten Siegmund, dem Herzog auch von Österreich, unserem liebsten Verwandten, dessen erstgeborenem Sohn, und deren Erben mit außerordentlicher Zuneigung behandeln werden, wie es sich geziemt, und dass wir unter anderen den Wiedervereinigten und mit allen Kräften Wiederempfohlenen selbst mit vollendetem Willen freundschaftliche Unterstützung sowie spezielle Freundschaft und Gunst widmen werden, dass wir ihnen in Zukunft und freiwillig uns von Gott dargebrachte Güter, Lehen, Herrschaften und Besitztümer zuteilen werden, damit die uns sehr umfangreich Verpflichteten und Gebundenen uns umso viel gefälliger und lieber Dienstbarkeit und Gehorsam zuteil werden lassen und zuteil werden zu lassen verpflichtet sein mögen. [1858] Welch alle und je einzelne unter in Art und Weise erklärten, ebenderselben Umständen vorher eingefügt, und welche durch unseren besagten Verwandten und Verbündeten, oder von dessen Teil her mit unseren vorgenannten Botschaftern vorgenommen, übereingestimmt und abgeschlossen worden sind, wir, je nachdem sie weiter oben Wort für Wort dargelegt werden, ratifizieren, bestätigen und bekräftigen; und wir versprechen und schwören in königlichem Worte, eben sie selbst zu erfüllen und zu vollbringen.

Zur Bestätigung und Bezeugung all wessen wir den vorliegenden Schriften, unser in Abwesenheit eines Großen geordnetes Siegel hinzusetzen haben lassen. Geschehen zu Sens am 15. September im Jahr des Herrn 1430, tatsächlich im achten Jahr unserer Regierung. Und bald darauf werden die dem Wesen und der Bedeutung der Wörter nach, wie vorausgesetzt wird, gleichförmigen und unseren vorangesetzten Schriften ganz ähnlichen Schriften unseres vorgenannten Verwandten FRIEDRICH, des Herzogs von Österreich, unmittelbar folgen. FRIEDRICH, von Gottes Gnaden Herzog von Österreich, der Steiermark und Kärntens; Graf von Tirol und der Krain etc.

Finis.

20110305, 1925

Am 17.12.2007 versandte ich die nachstehend wiedergegebene E-Mail:

Datum: Mon, 17 Dec 2007 16:28:41 +0100 (CET)
Von: „Arthur Lambauer“ <***>
Betreff: Bei
An: *** 

http://de.wikipedia.org/wiki/Bundestag_%28Deutscher_Bund%29 heißt es, in der Bundesversammlung habe es (nach der Bundesakte) Viril- und Kuriatsstimmen gegeben.

Ich halte dies, gestützt auf den bei http://www.documentarchiv.de/nzjh/dtba.html publizierten [zwar nicht authentischen deutschen] Text der Bundeasakte aus folgenden Gründen für Käse:

Dass es in deren Artikel 4 heißt:

Die Angelegenheiten des Bundes werden durch eine Bundesversammlung besorgt, in welche alle Glieder desselben durch ihre Bevollmächtigten theils einzelne, theils Gesammtstimmen folgendermaßen, jedoch unbeschadet ihres Ranges führen:

 , kann bzw. muss angesichts des Artikel 3:

Alle Bundes-Glieder haben als solche gleiche Rechte; sie verpflichten sich alle gleichmäßig die Bundes-Akte unverbrüchlich zu halten.

dahin verstanden werden, dass – man beachte dabei die eigentümliche grammatische Konstellation: „in welche alle Glieder …. stimmen …. führen:“ im zitierten Artikel 4 – es das Volk, die Stände, und die (auch bloß mittelbare) Aristokratie sind, welche die genannten Bevollmächtigten in die Versammlung führen, was einerseits zwar freilich übertragen zu verstehen ist, andererseits zufolge des in Artikel 19 erklärten Vorbehalts durchaus auch einen wörtlich zu nehmenden Sinn hat und jedenfalls auf allgemeine und direkte demokratierechtliche Prinzipien bereits deutlich hinweist; sodass die Unterscheidung im Artikel 4 zwischen „einzelne und Gesamtstimmen“ auch bloß zu bedeuten haben kann, dass geniale Köpfe von den genannten Bevollmächtigten eher persönlich gehört werden sollten, während die gleichfalls von ihnen zu vernehmenden Stimmen des gemeinen Volks in Grundzügen und zusammengefasst in der Versammlung Vortrag finden soll, soweit sie sich in legitimen Anliegen decken: in die Versammlung hinein wird somit (worauf es ankommt) nicht der Bevollmächtigte, sondern mit ihm die Stimmen geführt, welche, wie gezeigt, einzelne, der besten Köpfe oder aber gesamte von Bevölkerungsgruppen sein können!

Dass der letzte Satz des Artikel 6 (der das Plenum regelt):

Ob den mediatisirten vormaligen Reichsständen auch einige Curiatstimmen in Pleno zugestanden werden sollen, wird die Bundes-Versammlung bey der Berathung der organischen Bundes-Gesetze in Erwägung nehmen.

lautet und somit von Curiatsstimmen ausdrücklich spricht, bestätigt dieses mein Verständnis gerade, weil sonst auch im Artikel 4 die Rede von Viril- und Curiatsstimmen sein müsste, sodass der zitierte letzte Satz eigentlich nichts weiter als eine Rute im Fenster des mediatisierten Adels ist, der offenbar seine Pflichten missachtete bzw. seine Stellung nicht verantwortungsbewußt wahrgenommen hatte, sodass nun eigens einem Beschluss vorbehalten bleiben sollte, ob diesem eine Stimme (auch bloß über Vertretung durch den genannten Bevollmächtigten) in der Bundesversammlung überhaupt zukommen solle, was grundsätzlich nichts Antidemokratisches, sondern bloß mit dem heutigen Ausschluss vom Wahlrecht vergleichbare Strafsanktion für jene ist, die nach dem Prinzip „hinter mir die Sintflut“ anstatt nach jenem: „unum omnibus omnesque uno“ leben.

Dazu fällt mir freilich prompt ein, dass es in Frankreich nach wie vor – wie andernorts bereits hingewiesen – einige von der Verfassung der V. Republik 1958 vorgesehene lois organique anscheinend immer noch nicht gibt.

Die im Dunkeln sieht man nicht, schrieb da einer in Millionenauflage.

Arthur

Nachsatz:

Was ist deutsch?

Und warum heißt Deutschland auf französisch l’Alemagne?

Und warum machte Otto einst so gute Witze?

Mir ist so lau ums Herz….

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