Zur sexuellen Ausbeutung von Kindern: aus Sicht beider Seiten, die dann eins sind. Teil I.

Zwar kann ich nicht sagen, dass mich freut, dass jetzt so viele Fälle ruchbar werden, denn Freude ist nicht, was ich empfinde, schon eher Triumphieren. Denn mehr als mein halbes Leben lang wurde ich nicht müde, darauf hinzuweisen, welch gravierendes Problem die sexuelle Ausbeutung von Kindern und deren Folgen in unseren Gesellschaften darstellen.

Und jetzt erfahren wir aus den Medien, dass in sogenannten Eliteschmieden, ja sogar in geistlich geführten Einrichtungen Kinder sexuell ausgebeutet und vergewaltigt wurden.

Die Folgen davon auf unser alltägliches Leben sind gar nicht deutlich genug darzulegen.

Was erfahrene sexuelle Gewalt und mehr noch: das Tabu darum und dessen Folgen des Schweigens und der Brandmarkung des Opfers in eines Seele bewirken, weiß ich aus eigener Erfahrung. Wohin man damit gelangen kann, auch.

Dennoch darf ich auch nicht müde werden, darauf hinzuweisen, wie wichtig auch die Hilfe für Täter (beiderlei Geschlechts; im Folgenden nur männlich gebraucht) statt Strafe (!) ist. Auch der Täter ist in Wahrheit Opfer, denn solche Schuld auf sich zu laden, eine Kinderseele zu vergiften, wirkt auch auf eines eigene Seele furchtbar.

Wichtig ist dabei nur, dass die Fürsorge für die Täter nicht mit jener für das unmittelbare Opfer vermengt wird: Letzteres muss sein Recht wahren können, all seine Gefühle über die Gewalttat auszudrücken, zu erleben – das ist das Wichtigste! Jede subtile oder offene Ablehnung, Maßregel oder falsche Fürsorge, die von “gesundem Vergessen” oder dergleichen spricht, hat fatale Wirkungen.

Auch ist Verständnis für das Opfersein des Täters im Umgang mit dem unmittelbaren Opfer völlig fehl am Platze und hindert logisch die vorhin verlangte dessen Freiheit zum Gefühlserleben.

Wir werden – und dessen bin ich mir absolut sicher – dieses kollektive Unheil nicht abwenden können, wenn wir die Täter nicht mit fürsorglichem Verständnis behandeln! Das heißt nicht, dass deren Tun gebilligt oder gutgeheißen oder auch nur kleingeredet, also in seiner tragischen Folge unterschätzt werden soll. Im Gegenteil! Der Täter braucht nichts mehr als einen Spiegel, in dem er sein eigenes Kindes-Ich, sein vergewaltigtes Ego sehen, wiedererkennen kann, und freilich Hilfe bei der Verarbeitung der emotionalen Erkenntnis, was er angerichtet hat.

Ich ergreife hier dergestalt Partei für die Täter nicht, weil ich deren wahrhaftiges Übel schönreden wollte; sondern weil ich weiß, dass ohne solche Fürsorge für die Täter das Problem nicht gelöst werden wird, denn die Befangenheit hat längst verzweifelt machend um sich gegriffen.

Das Wichtigste ist also, dass jene wenigen, die noch gesund unter uns sind, vorgelassen werden, um bei der Heilung zu helfen.

Ich selbst weiß aber auch, welch grauenvolle Folgen auch nur mittelbares Opfersein nach sich ziehen kann: Zuerst als Kind Opfer gewesen wurde ich als Vater ein zweites Mal dazu, weil ich sehenden Auges nicht zuwege brachte, dass meiner Tochter von (ignoranten und völlig inkompetenten, aber speziell zuständigen) Vertretern aller einschlägigen Berufsgruppen geholfen worden wäre.

Als Folge dieser jahrelangen Tortur fing ich an, scheußlichste pornografische Filme, sogar mit Tieren, aus dem Internet anzusehen, um den Seelenschmerz gleichsam zu übertreffen, und dadurch ihn zu neutralisieren zu suchen. Erst nach einem fast ein Jahr dauernden Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik und medikamentöser Behandlung bin ich heute davon los gekommen und kann die Dinge so sehen und angehen, wie so dringlich wäre, sie anzugehen: mit kühlem Kopf und besonnen auf alle Fratzen und Gesichter der Maske des Scheusals, die ihm abzureißen es gilt.

Ich weiß nicht, welchen glücklichen Umständen ich verdanke, nicht zum Täter geworden zu sein. Obwohl: Meiner Tochter gegenüber wurde ich insoweit zum Täter, als ich unfähig war, ihr beizustehen und das Übel rascher von ihr abzuwenden. Ich brauchte stattdessen Jahre dafür und musste es aus der Ferne bewerkstelligen, mit all meiner Macht.

Wir müssen dorthin gelangen, dass wir diese Unzucht wie eine gefährliche Krankheit sehen, die aber bezwingbar ist, wenn man ihr ohne Angst und reinen Herzens begegnet. Aber nicht als strafrechtlich relevantem Unterfangen! 

20100309, 2140

Wer seelisch gesund ist und sich mit den Fakten auseinandersetzt, wird niemals über die Täter abschätzig sprechen, oder sich gar lustig über sie und jene machen, die ihnen beistehen. Denn er weiß um die Tragik des Wiederholungszwanges, den einst unterdrückte Gefühle des Schmerzes, der Scham und der Wut auslösen. Er kann nachfühlen, sich ausmalen, wie man sich fühlt als derart geknechteter, in seinem ehrlichen Bedürfnis nach Nähe und Zuneigung Betrogener.

Es sind das Tabu um die tiefenpsychologischen Zusammenhänge und deren Folgen vielmehr als die Tat selbst, die traumatisieren. Das ist eine Erfahrungstatsache!

Wer sich derart ins Zeug legt und bei einer mit Worten gar nicht mehr zu beschreibenden Tragik bloß nach Strafe zu schreien versteht, hat meist selber ein verdrängtes Problem mit der Thematik, von dem sich prächtig ablenken lässt, indem man mit dem Finger auf andre zeigt, oder sich für die unmittelbaren Opfer, diese mit egoistischem Helfersyndrom-Gehabe überstülpend, ins Zeug legt. Auch das ist eine Erfahrungstatsache.

Was Opfer – sowohl die Jungen als auch die Alten – brauchen, ist glasklare Nüchternheit und Stahlseilnerven sowie perfekte Kenntnis um die Zusammenhänge. Nur so einer kann ihnen wirklich helfen.

Alle andern geschnatterten Kommentare sind nicht nur überflüssig, sondern kontraproduktiv, ja – von Medien verstärkt – regelrecht gefährlich.

20100311, 1532

In der katholischen Kirche sind als Kleriker traditionell nicht nur, aber vorwiegend gescheite Köpfe tätig.

Der Pöbel hatte seit jeher ein Bedürfnis, diese in starker Minderheit befindliche Gruppe der Hochintelligenten vor seinen Wagen zu spannen, komme was da wolle und sicher nicht nach den Vorstellungen der Intelligenz.

Irgendwann wird man auf die Idee der sexuellen Konditionierung gekommen sein, worin der Ausgangspunkt für die Misere zu sehen ist: Als Täter-Opfer ist man erpressbar und als noch nicht Täteropfer-Opfer zufolge des gebrochenen Selbst gängelbar.

Ein mit dem Phänomen der sexuellen Ausbeutung von Kindern eng einher gehendes Phänomen ist zweifelsohne jenes der Ausbeutung der Intelligenz und – schlimmer noch – des Missbrauchs von dessen Ergebnissen sowie, bedingt durch die Schmach, die Demütigung und den Hass, die Vergiftung dieser Ergebnisse: Die Intelligenz wird bereits in Kindesjahren eruiert, aufgespürt und sodann dem Ausbeutungsprozess systematisch zugeführt. Man züchtet sich hyperintelligente Sklaven heran. Das ist eine Erfahrungstatsache!

Wer jetzt unter den der Kirche nahestehenden insbesondere Laien am lautesten nach Ruhe schreit, könnte zu jenen zählen, die hauptursächlich für die Misere sind.

Der Pöbel hat endlich dorthin zu weichen, wo er hin gehört: nicht auf die Sessel der Entscheidungsträger! Dies bei offenem Bildungssystem, jedoch bei rigoroser Kontrolle, dass Ungeeignete nicht zu akademischem Wissen vorgelassen werden. Hier gehört hart durchgegriffen, sonst sehen wir für nicht allzu entfernte Zukunft wieder einem Krieg entgegen. Man wird an meine Worte denken…

1603

Jetzt, da Europa droht unterzugehen, wenn es nicht von seiner Intelligenz aus dem Sumpf gezogen wird, bestehen vermutlich noch nie da gewesene Chancen, mit diesem Missverhältnis an Macht, diesen verschobenen Hierarchien aufzuräumen: Bedrängt der Pöbel die Intelligenz weiterhin, wird das Schiff Europa sinken. Zieht er sich zurück, kleinlaut und demütig, kann es gerettet werden.

Der Pöbel hat es also in der Tat in der Hand, sein eigenes Schicksal. Also wenn das keine höhere Gerechtigkeit ist!

Halleluja, in excelsis deus!

1645

Ich weiß nicht mehr, wo ich dieses Foto heruntergeladen habe:

geburtgoet

Sein Sujet stammt aber aus dem alten Ägypten und stellt eine Gebärende (die Fruchtbarkeitsgöttin?) dar, die von zwei Figuren mit – wenn ich das richtig erkenne – Rinder- und/oder Eselsschädel flankiert wird. Deren Kopfschmuck erinnert mich an den Federschmuck der (Nord?-)amerikanischen Indianer, wie er uns in Karl May Filmen dargeboten worden ist, oder wie ihn auch Schokonoschtletl zurückhaben will.

Diese Darstellung könnte für die Dummheit dieser Soladatinnen stehen, die ausgeprägte Gestik der Hände für die Einmischung in den Geburtsvorgang und die Zeit danach. Ist das eine Darstellung der Geburtsstunde des Dritteingriffs in Entbindungen? Anzunehmen ist nicht, dass Frauen ursprünglich mit fremder Hilfe entbunden haben – das werden sie alleine und zurückgezogen, nach Sesshaftwerdung (?) allenfalls im Beisein des Vaters bewerkstelligt haben. Nur unsere überzivilisierte Verweichlichung hat heute dazu geführt, dass es Hebammen und andere fremde Geburtshelfer gibt.

Der berühmte Klaps auf den Hintern des Neugeborenen ist die erste Gewalt, mit der es willkommen geheißen wird, in unserer kinderfeindlichen Welt.

Die Maya und Azteken und deren Vorfahren waren vermutlich die ersten, die erkannt haben, dass sie rund ist, die Erde, was gewaltige Veränderungen in der Lebensweise implizierte.

Vielleicht haben die sich auf den Weg gemacht, um sich andere, klügere Menschen Untertan zu machen, um das zu bewerkstelligen, wozu sie selbst nicht in der Lage waren, wegen von Drogen verseuchter Gene.

Vielleicht, wie gesagt.

Wer weiß denn schon, seit wann dieser Zirkus mit dem weißen Salz aufgeführt wird? Vielleicht kamen die damit daher und machten die Leute reihenweise süchtig. Vielleicht stammt daher auch so mancher Kult und wahnhaftes Brimborium aus vergangenen Zeiten.

Wie auch immer, der Keim allen Übels steckt in der (malträtierten) Kinderseele!

20100313, 0922

In der Wiener Zeitung ist heute unter Vatikan überlegt Ende des Zölibats von „psychisch deformierten Jugendlichen“, die von der Kirche angezogen würden, zu lesen. Woher diese Deformation rührt, wird nicht offen gelegt.

Sie stammt logisch in den meisten Fällen aus dem Elternhaus oder von Tätern, die großen Einfluss auf dieses üben.

Wir haben es mit einem schwierigen Widerstreit von Interessen und Notwendigkeiten zu tun, wenn wir die Pflichten und Aufgaben des Klerus betrachten: Dieser war seit jeher und ist immer noch zuständig, die sprichwörtliche Wissenschaft im Elfenbeinturm zu pflegen. (Als kleines Beispiel sei hier aus der englischen Fassung der Revised Convention for the establishment for a European Organization for Nuclear Research, BGBl. 176/1971, bekannt unter der Bezeichnung CERN, also deren Artikel VI 2 zitiert: „Each Director-General shall be assisted by such scientific, technical, administrative and clerical staff as may be considered necessary and authorized by the Council.“ In der zweiten authentischen Fassung, der französischen fehlt dieses Attribut übrigens; ebenso wie in der nicht verbindlichen deutschen Übersetzung des österreichischen Gesetzgebers!)

Wer sich derart der Wissenschaft verschreibt, dass er darin zu herausragenden Höchstleistungen kommt, hat nicht mehr viel Zeit für Familie. Wenn also Kardinal Schönborn jüngst davon sprach, der Zölibat sei die vollendete Hingabe an Gott, meinte er vielleicht dies.

Ich selbst hatte vor etwa acht Jahren das letzte Mal Sexualkontakt. Mir kommt heute vor, mein „Mann-Sein“ leide etwas darunter. In der Tat findet man sich bisweilen in eine kindliche Gemütsverfassung zurückversetzt, die von großer emotionaler Empfindlichkeit und – hier als pars pro toto dargestellt – einer Art Hilflosigkeit gegen die Ellbogen-Gesellschaft geprägt ist. Dass man sich in dieser Situation zu Sexualkontakten mit Kindern flüchtet, scheint nahe zu liegen, muss aber nicht so sein; und wird meines Erachtens nur dann so sein, wenn zusätzliche Momente vorhanden sind, die den Betreffenden geprägt haben und welche mit dem Zölibat nichts zu tun haben: Wie oft sehne ich mich nach einer Partnerin, nach reifem Miteinander! Doch da schwingt stets die regelrechte Angst mit, ich könnte durch eine Beziehung Zeit verlieren, wertvolle Zeit, die mir dann beim Studium abgeht. Auch ist es nicht nur die Zeit, die eine Rolle spielt, sondern – und ich wunderte mich nicht über die Geißeln, die jetzt über mich hereinbrechen wollten – auch die Inkarnation des fleischlichen Triebes, der mit Geistigkeit so wenig gemein hat, die einen in dieser Situation verfolgt.

Es mag auch gut sein, dass man ein Kind (einen jungen Menschen), mit dem man Sexualkontakt hatte, leichter wieder beiseite schiebt, um sich anderem zu widmen, als dies bei einer fordernden Frau geschehen könnte.

Und dennoch bin ich der Überzeugung, dass nicht der Zölibat der Grund des Übels ist, denn welches Ventil man dafür findet, ist letztlich von einer viel tiefer gehenden Prägung abhängig, als sie einem (erst im Erwachsenenalter) durch den Zölibat zuteil wird. Wir müssen daher anderswo nach den Ursachen für sexuelle Ausbeutung von Kindern durch Kleriker suchen. Und dieser Ort liegt in deren eigener Kindheit!

Wer Das Drama des begabten Kindes von Alice Miller gelesen hat, weiß, dass es vornehmlich hochbegabte Kinder sind, welche als erste und in besonderem Masse unter die Räder des Wiederholungszwangs kommen, der bei ihren Eltern zuschlägt. Denn sie sind es, die mit ihrer gesteigerten intellektuellen Lebendigkeit die aus deren Kindheit überkommenen Defizite der Erwachsenen in besonderem Masse provozieren. Unter diesen Erwachsenen sind freilich auch solche, die ganz bewußt vorgehen und solche Kinder auslesen, um sie ein Leben lang (vielleicht auch unter „Übergabe“ an die eigenen Kinder oder sonstige Nachfolger in den Netzwerken) zu verfolgen, an sich zu binden, um sie, deren Intellektualität auszubeuten. In diesem System kommt eine angezüchtete Pädophilie gerade recht als Druckmittel und Erpressungsgrund.

Wer also jetzt exhibitionistisch masturbierend nach Abschaffung von Hierarchien in der Kirche schreit, oder eine jedwede natürliche Autorität leugnende Geschwisterlichkeit fordert, verkennt nicht nur das wirkliche Leben – nein!, er zöge aus der Misere gerade die falschen Schlüsse, die das Lehrhafte, das wir aus dieser schmerzlichen Situation gewinnen können, zunichte machten. Der Klerus braucht keine zusätzliche Autorität, denn er ist die Autorität, eine der aller letzten, die uns noch verblieben sind. Ihm kann diese aber auch nicht abhanden kommen, denn damit liefe er seiner Natur zuwider, und wir in den Abgrund. Er kann sich nur weiterhin in mehr oder weniger großem Ausmaß und in geschwisterlicher Liebe den Bedürfnissen des Pöbels hingeben, um damit deren Schuld auf sich zu nehmen, auf dass er für sie ein Spiegel deren Abartigkeit ergäbe, auf den man hindreschen kann, wenn man sein eignes Abbild nicht zu ertragen wünscht.

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Wir müssen daher die Schnittstellen zwischen Klerus und Laien absuchen. Der Laienkelch könnte hier ein Ansatzpunkt sein.

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Und wer Arthur Janovs Der Urschrei gelesen hat, der weiß, welche unglaublich tief sitzenden Narben der Prozess des Seelebrechens in dem unterdrückten Kind hinterlässt, die zutiefst körperlich sind, den ganzen Körper und somit auch dessen Geist erfassen, knebeln, fesseln, versteinern.

Schuld, gar strafrechtlich relevante, verblasst angesichts dieser, von Janov dargestellter Mechanismen bis ins unkenntlich Durchsichtige, was freilich nicht mehr nur für Sexuelles sondern allgemein für das sogenannte Verbrechen gilt.

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Um Missverständnisse zu vermeiden, sei darauf hingewiesen, was Kardinal Schönborn schon gesagt hat: Wahrheit macht frei!

Wenn ich eingangs dieses Threads gemeint habe, die Fürsorge um das Opfer sei das Wichtigste, dann habe ich damit auch und vor allem gemeint, dass die wahren Zusammenhänge der Geschehnisse und deren Wirkung offen gelegt werden müssen, bzw. das Opfer nicht daran gehindert werden darf, dies zu tun. Denn eines der dringendsten Bedürfnisse des Opfers ist jenes nach Wahrheit und zwar nach der Anerkennung dieser Wahrheit durch seine Umwelt.

Und zum CERN wollte ich noch nachgetragen haben, dass freilich auch die ausdrückliche Nennung des Klerus (nämlich neben der Wissenschaft) das eigentlich Verwerfliche sein kann.

Auch mir scheint bisweilen, dass die Religion – vor allem jene, die der Masse vorgekaut wird – voller Naivität und hanebüchener Kurzsichtigkeit sei. Doch kann es – aus der Sicht des Menschen – etwas Wissenschaftlicheres geben als die Suche nach Antworten auf die Frage, woher wir kommen und wohin wir gehen?

Angesichts des Unfassbaren, auf das man schnell stößt, wenn man sich in diese Sphären vorwagt, wird Vieles davon wieder verständlicher. Vor einiger Zeit habe ich bereits darauf hingewiesen, dass der Ursprung der Religion, deren Begrifflichkeit (nach Cicero) im lateinischen Wort relegere liegt, was soviel heißt wie wieder zusammennehmen, wiederlesen, wieder erwägen, also viel mit kritischem Hinterfragen zu tun hat.

Die Religion ist somit der Inbegriff der Wissenschaft.

Wie auch immer man mit den Vorkommnissen innerhalb der Kirche, die jetzt hervor kommen, umgehen mag, feststeht, dass dieser Auslöser für eine umfassende Debatte des Phänomens nottat. (Die Betroffenen mögen mir vergeben.)

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Ich habe da noch eine E-Mail gefunden, die ich zum Stichwort Laienkelch vor einiger Zeit versendet habe:

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Montag, 12. Mai, 2008 14:34 Uhr

Man findet also…

…auch in der Deklaration der Menschenrechte der französischen Nationalversammlung vom 20. August 1789, auf die in der 1958er Verfassung Bezug genommen ist, die also nach wie vor in Geltung steht, den Artikel I, in dem es (sinngemäß) heißt, dass alle Menschen „en droits“ gleich geboren sind und gleich bleiben. Dieses „en droits“ steht also in der Mehrzahl und NICHT in der Einzahl!

Daraus ergibt sich klar, dass wieder offen bleibt, welches „diese Rechte“ sind , in denen (und nicht etwa „das Recht“ ist, in dem) die Menschen gleich sind.

Im selben Satz wird nach einem Strichpunkt (sinngemäß) fortgesetzt, dass Unterschiede in der sozialen Stellung nur insofern eintreten dürfen, als dies der gesamten Gemeinschaft zugutekommt (was mich stark an John Nash erinnert, oder wenigstens an die Darstellung in der Verfilmung seines Lebens, wo er in der Studentenbeiz, betreffs jenes blonden Süßgiftes, die Eingebung hat, die ihn seine regulierende Dynamik entwerfen lässt).

Es ist nicht gut für das Ganze, für die Menschheit, wenn sie verwässert, indem immer mehr zwar gezeugt werden, jedoch wissens- und charaktermäßig den Bach runter gehen, weil keiner mehr da ist, der sie erzöge, (aus)bildete. Auch eine gewisse genetische Verwässerung wird wohl feststellbar sein, mitunter.

Zugleich findet man in der Präambel dieser Erklärung (aus 1789) den Hinweis auf den corps social, den ich – im Gegensatz zum heutigen Begriff der Gesellschaft (der nur allzu oft viele von ihm ausschließt; all die clochards und sonstigen outsider zB) – als Inbegriff des Ganzen der Menschheit verstehe. Und dieser Begriff steht dort in einem Zusammenhang, der alle, die heute die so genannte Drittwirkung der Menschenrechte infrage stellen, bzw. sagen, sie sei strittig, Lügen straft.

All das hat mir heute die Eingebung gebracht, dass Gott sehr wohl existiert und dass lohnend und nötig ist, an ihn zu glauben, ja mehr noch, um seine Existenz zu wissen, was sehr wohl möglich ist; denn es lässt sich beweisen!

Gott ist demnach nichts andres, als eine Abspaltung urmenschlichen Geistes; in der dieser zu einer abstrakten Instanz für Moral und Ethik geworden ist. Gott ist also das, was, wenn schon nicht verkörpert, so doch symbolisiert, nämlich den Inbegriff allen menschlichen Verstandes und Wissens. Eben dies letztere ist nämlich nötig, wenn es darum geht, diese offene Lücke in der Deklaration zu schließen, wem nun welche Rechte zukommen, in denen die Menschen gleich sein (und dabei nur soweit zu differenzieren, als es dem Ganzen gut bekommt).

Es kann – schon logisch – keinen Sinn ergeben, wenn Dummköpfe (beraten oder unberaten) auf Regierungsstühlen sitzen. Im Gegensatz dazu ergibt alleine Sinn, wenn dies die hellsten Köpfe tun.

Weil die Wissenschaft (zum Glück) heute schon derart umfangreiche Ergebnisse erzielt hat, hervorgebracht hat, kann sie einer allein nicht mehr überblicken; daher sind mehrere nötig. Es ist aber nicht nötig, noch fürs Ganze gut, dass dies dahin umgesetzt wird, dass Idioten auf den Regierungsbänken sitzen und sich von den hellen Köpfen beraten lassen! – Sondern es kann allein sinnvoll sein, wenn gleich die hellen Köpfe auf den Sesseln der Macht sitzen!

Es ist somit kein Zufall, dass ich diese Originalerklärung (und andere Originaldokumente aus der Nationalversammlung des Jahres 1789) ausgerechnet in einem Buch fand, das mit „Kirchliche Dokumente“ übertitelt ist.

Den „Laienkelch“ sollte ich hier gleichwohl noch erwähnen: Er wurde auf dem Konzil von Konstanz (in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts, also deutlich vor Columbus!) wider die Hussiten verboten. Im späteren 16. Jahrhundert wurde er von Papst Pius IV. Bayern und Österreich (ausdrücklich) „gewährt“.

Mich hat dieser Kelch spontan den Trichter assoziieren lassen, von dem ich hier vor ein paar Tagen sprach; und den man als durch entsprechend gesetzte Schrift auch oft auf ersten Buchseiten (religiöser Schriften) der frühen Neuzeit findet.

Die Karotte vor der Nase? Oder gar noch viel Schlimmeres? (Waren also die Österreicher [schon] jener Zeit derart niederträchtige Kretins, dass man ihnen dieses Schicksal „gewähren“ musste; oder war Rom [damals] so ein niederträchtiger Hort, der anders einem hehren Österreich [samt Bayern] derartiges angetan hätte? – Oder interpretiere ich da etwas falsch? [Die letzte Version hat angesichts der Fakten recht wenig für sich, wie ich meine.])>>>>>

Zu diesem Kelch fällt mir übrigens die Staatsflagge des Iran ein, die, wie ich meine, den Wasserstoffaustausch symbolisiert, der an den Polen stattfindet. Das nur so nebenbei. Zwar bin ich hier am Thema vorbei, aber ich kann nicht an mich halten, meiner gar nicht vorhandenen Verwunderung über die Erklärungen Japans Ausdruck zu verleihen, welche dieses anlässlich der Unterzeichnung sowie anlässlich der Ratifizierung des NPT abgegeben hat. Dazu wahrscheinlich später mehr. 🙂

2338

Das Volk hat – dies wird daran deutlich, wie es jetzt gegen Rom hetzt – ein dringendes Bedürfnis, sich von Jochen zu befreien, unter die es gespannt ist. Es sollte sich fragen, ob es seine Wut und Empörung gegen die richtigen Stellen wendet. Denn auch dies: die Projektion verdrängter und sodann inszeniert ausgelebter Emotionen auf Dritte ist typische Erscheinung der frühkindlichen Traumatisierung bzw. deren Folge.

Man weiß, dass man von der Institution Heiliger Stuhl nichts zu befürchten hat, wenn man sich dagegen auflehnt. Ganz anders als beim Staat.

Allein diese kurze Reflexion zeigt, wie paradox der Groll gegen die Kirche ist.

Die Wut auf hierarchische Strukturen und autoritäre Verhältnisse rührt einzig daher, dass Pseudoautoritäten auf Sesseln der Macht sitzen. Und dies ist nirgendwo mehr der Fall als in den staatlichen Strukturen (und vielleicht teilweise auch in der Privatwirtschaft).

Ganz im Gegenteil ist die katholische Kirche wahrscheinlich eine der wenigen westlichen Institutionen, in denen gerade dies nicht der Fall ist.

20100314, 1307

Offenbar besteht wenigstens darüber Einigkeit, dass das oberste Gebot zu lauten hat, dem Opfer zu helfen. Gerade dieses Gebot verbietet aber eine Strafbarkeit der Tat! Dies aus folgenden Gründen:

Es gibt gerade bei Sexueller Ausbeutung von Unmündigen (§§ 206 f StGB) vielfältige Gründe, aus denen es in einem Strafverfahren entweder schon zu gar keiner Anklage oder aber sodann zu einem Freispruch kommt, obwohl der Täter im Sinne des Strafgesetzbuchs schuldig ist.

Man denke an ein sehr junges Opfer, das sich noch kaum ausdrücken kann, oder eines, das massiv eingeschüchtert wurde, oder eines, das aufgrund des nahen Verwandtschaftsverhältnisses zum Täter diesen nicht belasten will.

Man denke ferner an – vielfach vorkommende! – unfähige “Experten”, die schlechte Gutachten erstatten, voreingenommen zugunsten der Pädophilie sind und dergleichen.

Die Folgen einer solchen “offiziellen” Verfahrenseinstellung oder eines solchen Freispruchs aber sind für das Opfer fatal, dies vor allem dann, wenn der Täter/die Täterin aus dem sozialen Umfeld des Opfers stammt und aus diesem (gerade zufolge dieses Ausganges des Strafverfahrens) nicht beseitigt wird. Der Täter/die Täterin (im Folgenden nur in der männlichen Form gebraucht) fühlt sich (psychopathisch, wie er ist) stark, und gibt dies dem Opfer zu verstehen; das Opfer aber versteht buchstäblich die Welt nicht mehr, fühlt sich noch mehr schuldig als zuvor: insgesamt ein gedeihlicher Nährboden für die Fortsetzung und Verschlimmerung der Ausbeutung, ohne dass das Opfer sich ein zweites Mal jemandem anvertraute.

Der Täter aber, der von der Aussage des Opfers ursprünglich belastet wird, gesteht zum seelischen Vorteil des Opfers (!) viel leichter, wenn er kein Strafverfahren zu gewärtigen hat. Und dem Opfer kommt es letztlich, das wird jeder seriöse Psychologe bestätigen, einzig auf die Wahrheit, deren Anerkennung sowie allenfalls eine um Vergebung bittende Geste des Täters an, kaum aber auf strafgerichtliche Verfolgung, von der das Opfer (über diese zuvor genannten Gründe der Genugtuung hinaus) auch gar nichts hat.

Auch aus der Sicht des Opfers ist also logisch die Aufklärung der Tat das Wichtigste. Die Strafbarkeitskeule verhindert diese aber eher, als dass sie sie gewährleistete.

Von den Möglichkeiten der elektronischen Überwachung unserer Zeit und den damit verbundenen Möglichkeiten der Erpressung während der gesamten Verjährungsfrist, einmal gar nicht zu sprechen!

Genau so wie es professionelle Bettler gibt, die von Bandenchefs darauf getrimmt sind, mit allen Tricks und Raffinessen, dem Opfer das Geld aus der Tasche zu ziehen, so gibt es auch Banden, die darauf spezialisiert sind, Opfer in eine strafrechtlich relevante, sexuelle Tätigkeit hineinzuziehen, sie dabei heimlich zu filmen, oder anders für einen Beweis dafür zu sorgen, um sie sodann ein halbes Leben lang zu erpressen.

Die Strafbarkeit der sexuellen Ausbeutung ist auch aus diesen Gründen nicht nur nicht zweckmäßig, sondern nachgerade hochverräterisch, weil sie eindeutig die Situation des Opfers verschlechtert, anstatt ihm hilft. Sie ist ein größerer Mosaikstein im Schema der Brechung und Gängelung (sowohl des Opfers als auch des [späteren] Täters) im totalitären System des Hochverrats.

Wer nach gerichtlicher Strafe für Sexualtäter schreit, macht sich der Mithilfe zum Hochverrat (§ 242 StGB) schuldig, weil er ein System begünstigt, in dem eine Auflösung des Wiederholungszwanges aus Furcht vor strafrechtlichen Folgen verhindert und die Betroffenen zu Sklaven des Hochverrats werden.

[Need you now by LADY ANTEBELLUM]

1444

Runde Tische hier und Beratungsgremien dort! Man tut so, als handelte es sich bei der breit gestreuten sexuellen Ausbeutung von Kindern um etwas, das man “von heute auf morgen” abschaffen, entschärfen, ihr präveniren könnte. Dabei handelt es sich um ein seit Jahrhunderten gewachsenes Phänomen. Deshalb ist es ja auch so weit verbreitet.

Einer der gewichtigsten Schritte, den Teufelskreis des Wiederholungszwanges zu durchbrechen, ist dessen breite öffentliche Anerkennung sowie die Aufhebung der gerichtlichen Strafbarkeit! Je deutlicher Partei auch für das Opfersein von nachmaligen Tätern oder potentiellen Tätern ergriffen wird, desto eher können diese sich der Hilfe anvertrauen, Dampf ablassen, sodass es gar nicht, oder wenigstens nicht mehr zur Tat kommt; was freilich Straflosigkeit voraussetzt. Man muss sich doch vorstellen, was es für ein auch noch nicht zum Täter gewordenes Opfer bedeutet, einen inneren Drang zur Tat (den Wiederholungszwang) zuzugeben, wenn diese gerichtlich strafbar ist! Man verlangt hier von einem noch nicht Täter mehr als von einem tatsächlichen Täter, der im Strafprozess die Aussage verweigern darf.

Diese Zusammenhänge sind nicht wegzudiskutierende Tatsachen, die auf den Tisch gehören! Wer sie negiert bzw. verschweigt, macht sich an der Misere mitschuldig!

Rechtswidrig bleibt sie, die Ausbeutung, freilich dennoch, weil sie in die Integrität des Opfers eingreift: Für zivilrechtlichen Schadenersatz bleibt die Grundlage also erhalten, auch wenn es keine Strafbarkeit mehr gibt. Und allein hier sollte man über eine Verlängerung der (derzeit bei drei Jahren ab Kenntnis von Schädiger und Schaden bzw. 30 Jahren ab Schädigung absolut liegenden) Verjährungsfrist nachdenken.

20100315, 1237

Von „Abscheulichkeiten, die sich Kleriker zuschulden kommen ließen„, ist da die Rede, wenn es um – ich zitiere sinngemäß die oberstgerichtliche Rechtsprechung des österreichischen Obersten Gerichtshofs zu den §§ 206f StGB – jedweden Kontakt zwischen dem Körper des Täters und dem Sexualbereich des Opfers, oder umgekehrt zwischen dem Sexualbereich des Täters und dem Köprer des Opfers geht.

Wie weit sind wir abartig geraten, dass wir als Abscheulichkeit bezeichnen, was uns hervorgebracht hat! Den Sexualakt, von dem wir alle abhängen, der unsere Kultur erst ermöglicht hat, der am Beginn jedes menschlichen Lebens steht!

Wie abartig sind wir geraten, dass wir unter gerichtliche Strafe stellen, was uns zentral ausmacht: die Sexualität!

Freilich sollten diesbezüglich Grenzen beachtet werden, wenn es um die freie Entwicklung der Seelen von Kindern geht. Doch es ist der gänzlich falsche Ansatz, von Abscheulichkeiten zu sprechen, wo es um den sexuellen Eingriff in die physische oder psychische Intergrität des Opfers geht.

Nochmals: Was traumatisiert, ist vor allem der Umgang mit der Tat im sozialen Umfeld des „Opfers“, weniger jedoch die Tat selbst; Fälle schwerer sexueller Gewalt einmal ausgenommen.

Man vermengt hier mitunter Äpfel mit Birnen, wenn man alles in einen Topf wirft.

Außerdem scheint mir höchst gefährlich, das Geschlechtsorgan als solches schlecht zu reden, die Sexualsphäre als solche zu verurteilen. – Was bei der sexuellen Ausbeutung von Kindern verwerflich ist, ist die Ausnutzung der Unerfahrenheit, der mangelnden Reife und des Unverständnisses, andererseits der Neugier des Opfers, was vor sich geht. Und freilich das meistens mit der Tat einhergehende, mit Drohungen versehene Gebot an das Opfer, Stillschweigen zu bewahren. Man pflanzt so genau jene Wertigkeit der Sexualität ins Opfer ein, aus welcher dann Aussagen wie „so eine Abscheulichkeit“ resultieren, was zugleich die Selbstsicht des Täters bezogen auf dessen eigene Sexualität erkennen lässt: Er hält sie für schlecht, für etwas Verbotenes, Verwerfliches – deshalb muss er sie auch bei einem Kind ausleben, von wo her er weniger bzw. gar keine Maßregeln zu gewärtigen hat.

Jedwede Verurteilung der Sexualität fördert die sexuelle Gewalt und die sexuelle Ausbeutung! Was auch gar nicht verwundern sollte, ist die Sexualität doch etwas derart Zentrales in unserem Wesen, dass derlei Wutreaktionen (auf solche Angriffe!) ganz normal und gesund erscheinen!  

20100318, 1735

Dass im Nationalrat kaum mehr Gesetze wirklich entstehen, sondern bloß noch so genannte Regierungsvorlagen durch gewunken werden, ist inzwischen hinlänglich bekannt. Eine Folge dessen ist – umgelegt auf die Länderebene – dass jetzt die Landtage gekürzt und der Bundesrat gleich ganz abgeschafft werden soll: wozu auch sollte man sie noch brauchen!

Woher aber stammen diese Regierungsvorlagen?

Unten habe ich gezeigt, dass etwa in den USA sogar gesetzlicher Graubereich besteht, in dem die Gesetzwerdung in Anwaltskanzleien völlig normal ist. Auch bei uns werden Millionen für solche Dienstleistungen an den “Gesetzgeber” ausgegeben.

Wer aber beeinflusst solche Anwaltskanzleien? Wer garantiert, welche Interessen dort wirklich vertreten werden?

Österreich hat einiges an immateriell-materiellem Reichtum zu bieten: Es verfügt über reichlich Wasser und liegt in einem seismisch und klimatisch relativ begünstigten Gebiet. Außerdem findet man hier fruchtbaren Boden und durchaus einige Bodenschätze.

Wer glaubt, auswärtige Interessen würden nicht massiv an einer Souveränität über Österreich interessiert sein, der ist ein dämlicher Trottel.

In Österreich regieren seit etwa 40 Jahren, seit man die Rechte der Väter zu ihren (insbesondere unehelich geborenen) Kindern im ABGB massiv zugunsten der Mütter beschnitten hat, de facto die Frauen!

Wir wissen, dass es in Österreich Zehntausende von Vätern gibt, die getrennt von ihren Kindern leben und sie meist noch nicht einmal zu Gesicht bekommen.

Ich weiß aus eigener Erfahrung, was dies für eines Gesundheit, für eines Gemüt und für eines Lust am Leben bedeutet. Auch ich habe meine Tochter vor nunmehr 8 Jahren das letzte Mal gesehen. Ich höre sie nicht “Papa” sagen: ein unglaublicher Verlust an Lebensqualität.

Ich war einmal ein, was Selbstvertrauen und Durchsetzungskraft sowie Überzeugungsfähigkeit angeht, recht passabler Rechtsanwalt, der stets nach seinen Möglichkeiten für Gerechtigkeit und Recht eintrat.

Heute, nach acht Jahren der psychischen Folter, einem Aufenthalt in der psychiatrischen Klinik und nach Einbuße aller realistischer Karrierechancen bin ich ein psychisches Wrack, habe 25 Kilo zugenommen, schaffe es kaum, mehr als drei bis vier Stunden täglich konzentriert einer Beschäftigung nachzugehen, habe unentwegt weinerliche Anfälle: bin zu einem Weichei erster Klasse geworden, das sich in der realen Welt lieber zurückzieht und den Mund hält, seine Ruhe haben will, wenn an sich ein korrigierendes Wort gefragt wäre.

Es würde mich wundern, wenn ich der einzige Vater in solcher Situation wäre, der derart sich verändert hat.

Wer glaubt, Fremde wüssten solche Gesetzeslagen, wie sie in Österreich existieren, so sie sie nicht ohnehin initiiert haben, nicht auszunützen, der ist ein noch dämlicherer Trottel.

Man ist drauf und dran, uns unser Österreich unterm Hintern weg zu zeugen. Und unsere Frauen haben massig Spaß dabei, ob der sprichwörtlichen Potenz, die uns zufolge dieser Umstände längst abhanden gekommen ist, uns Weicheiern.

Einstein soll einmal gesagt haben: “Ich kenne zwei Dinge, die unendlich sind: Das eine ist das Universum und das andre die Dummheit der Menschen – und bei ersterem bin ich mir nicht sicher.”

Itast.  

20100320, 1659

Welches an falschen Zitaten, solchen, die noch nicht einmal mit der deutschen Übersetzung des Hirtenbriefs an Irland übereinstimmen, besonders hervor sticht, ist jenes bei “Benedikt XVI. über Missbrauchsfälle in Irland ‘erschüttert”, das da lautet:

Erkennt eure Schuld öffentlich an, unterwerft euch der Rechtsprechung„, lautet die Forderung des katholischen Kirchenoberhauptes an die Priester und Ordensleute, die Kinder in Irland missbraucht haben.

Die Passage, auf welche dieses falsche Zitat offenbar Bezug nimmt, lautet im englischen Original:

Openly acknowledge your guilt, submit yourselves to the demands of justice, but do not despair of God’s mercy.

Justice heißt zwar Justiz, es bedeutet aber auch Gerechtigkeit. Dass hier eher letztere gemeint ist, zeigen die anderen Stellen, die Bezug auf weltliche Mächte nehmen. An die Priester und Ordensleute, die Kinder ausgebeutet haben, gewandt, schreibt der Papst:

You betrayed the trust that was placed in you by innocent young people and their parents, and you must answer for it before Almighty God and before properly constituted tribunals.

Richtig bestellt sollen die Gerichte also sein, denen sie sich zu unterwerfen hätten! In der nicht offiziellen deutschen Übersetzung lautet dieser Satz wie folgt:

Ihr habt das Vertrauen, das von unschuldigen jungen Menschen und ihren Familien in Euch gesetzt wurde, verraten und Ihr müsst Euch vor dem allmächtigen Gott und vor den zuständigen Gerichten dafür verantworten.

An seine bischöflichen Brüder gewandt, schreibt Benedikt XVI. an anderer Stelle:

Besides fully implementing the norms of canon law in addressing cases of child abuse, continue to cooperate with the civil authorities in their area of competence.

Und an die Priester und Ordensleute Irlands gerichtet führt er aus wie folgt:

Yet, it is essential that you cooperate closely with those in authority and help to ensure that the measures adopted to respond to the crisis will be truly evangelical, just and effective.

Es bleibt also mehr als nur Spielraum, die Betonung zu hören, wonach nach wirklich autoritativen und befähigten Tribunalen gerufen sowie auf die Anforderungen der Gerechtigkeit Bedacht genommen wird. Außerdem werden die Bischöfe aufgerufen, sich auch der Agenden der zivilen Behörden anzunehmen, wenn sie aufgefordert werden, “in deren Zuständigkeitsgebiet” mit ihnen zusammen zu arbeiten; was ich so verstehe, dass die volle Anwendung Kanonischen Rechts mangels autoritativer und wahrhaftiger Kompetenz der zivilen Stellen auch auf deren Gebiet ausstrahlen soll.

Bei www.pons.eu findet man zu “to be in authority” recht verkürzt nur “verantwortlich [oder zuständig] sein”; bei Lucas, Englisch-Deutsches Wörterbuch, Band I. Bremen/London (1854), 115, hingegen findet sich zu “authority”: “die Autorität, die gesetzmäßige, rechtmäßige Macht und Gewalt; das Ansehen, die moralische Gewalt, der Einfluss, die Wichtigkeit […]; to be in authority, die Gewalt in Händen haben.” [Unterstreichung von mir.]

“To be in authority” scheint mir insofern eine Abschwächung zu sein, als wahre Macht die Autorität selbst ist. Befindet sich aber jemand in der Macht, so stellt er selbst diese nicht dar, sondern umgibt sich nur mit ihr. Daher heißt es im Hirtenbrief auch, dass die Priester und Ordensleute “closely” mit jenen, die sich mit Macht umgeben, zusammenarbeiten sollen, um sicherzustellen, dass die Maßnahmen wahrhaftig evangelikal, gerecht und wirksam sind. Das zitierte closely erinnert im Übrigen stark an den Frieden von Münster: “Iuxta hoc amicitiae mutuae et universalis amnistiae fundamentum…” (“Bis zu dem Punkt dicht bei der Grundlage der wechselseitigen Freundschaft und der allgemeinen Amnestie…”)

Auch das Zitat aus dem Römerbrief, auf das Seine Heiligkeit zurückgreift, weist in diese Richtung und sollte in seiner Fundstelle zwecks Zeugnisses über die Entstehung der Misere ausgedehnter beachtet werden:

In this way, you will demonstrate for all to see that where sin abounds, grace abounds all the more (cf. Rom 5:20).

 

20100323, 1737

Mit meiner Kritik am Hirtenbrief des Papstes fahre ich fort, wie folgt:

Nachdem der pontifex maximus, an die Priester und Mönche gewandt, deren Vertrauensbruch gegenüber den Opfern und deren Familien, sowie die Gewalt am Sakrament der Priesterweihe und die Schande, die darob über die Kirche gekommen ist, jeweils direkt gegenüber den Priestern und Mönchen beklagt, führt er weiter aus, wie folgt:

Together with the immense harm done to victims, great damage has been done to the Church and to the public perception of the priesthood and religious life.

Der Schaden, der hier angesprochen wird, wurde unpersönlich zugefügt, so der Text. Zwar könnte man auch meinen, dass diese unpersönliche, passive Ausdrucksform darauf zurückzuführen sei, dass nach dem vorausgehenden Satz, in dem allein die Priester angesprochen sind, jetzt wieder alle, also auch die Ordensbrüder gemeint sind; doch deutet meines Erachtens mehr darauf hin, dass diese Form eine andere Absicht verfolgt, nämlich die, klarzustellen, dass das Problem und das Phänomen der sexuellen Ausbeutung ein allgemein gesellschaftliches ist, dessen Schaden nicht an einzelnen festgemacht werden kann.

So heißt es etwas weiter oben im allgemeinen Teil des Briefes immerhin, wie folgt: 

Such an acknowledgement [nämlich of the serious sins committet against defenceless children], accompanied by sincere sorrow for the damage caused to these victims and their families, must lead to a concerted effort to ensure the protection of children from similar crimes in the future.

Die ernste Bekümmernis (so Lucas, aaO, 1613) über den verursachten Schaden, welche das genannte Anerkenntnis begleiten soll, muss also zu einer gemeinsamen Anstrengung führen: gemeint sein kann hier nur die Allgemeinverantwortlichkeit der Gesellschaft als solcher, was anhand des folgenden Textes, geschrieben an die Eltern der Opfer, deutlich wird:

They [sc. the children] have a right to be educated in authentic moral values rooted in the dignity of the human person, to be inspired by the truth of our Catholic faith and to learn ways of behaving and acting that lead to healthy self-esteem and lasting happiness. This noble but demanding task is entrusted in the first place to you, their parents.

Salopp formuliert, ist dies eine Breitseite gegen die Eltern der Opfer: Denn klar ist, dass die in Rede stehenden Taten, wenn schon tatsächlich geschehen konnten, dann doch niemals für so lange Zeit wiederholt werden und verborgen bleiben könnten, wenn die betroffenen Kinder in den zuvor genannten Werten erzogen worden wären. Denn mit Selbstwertgefühl ausgestattete Kinder, sind vielleicht in der gewaltsamen Situation selbst wehrlos, beschweren sich doch aber danach mit Empörung und so lange, bis sie gehört werden, sei es von ihren Eltern, sei es von anderen Stellen.

Wenn also derlei Verbrechen geschehen konnten, ohne dass sie unverzüglich ans Licht gekommen sind, dann lässt dies zwangsläufig ein schlechtes Licht auch auf die Eltern fallen.

In unserer neureichen westlichen überzivilisierten Welt lässt sich Noblesse über Reichtum schon lange nicht mehr definieren. Ich stimme gerne mit ein zu sagen, dass heute Nobilität am Indikator gemessen und definiert werden kann, wie wir mit unseren eigenen Kindern umgehen; denn dabei formen wir die Welt von morgen.

20100324, 0003

Nochmals zur sincere sorrow: Als je allgemeiner und je gravierender der Schaden erkannt wird, desto geschlossener kann die Anstrengung unternommen werden, Künftiges zu verhindern.

1851

Es ist schon einige Zeit her, da stieß ich auf eine Perle von alter Literatur. Es handelt sich um Barnaud, Nicolas, Le Cabinet du Roy de France, Paris 1582, aus dem ich dessen Anfang zitieren will und zwar bildlich, zumal die am nachgewiesenen Ort zu findende gescannte Kopie nicht eben leicht zu lesen ist, sodass ich jedem selbst überlassen muss, aus den fragilen Schriftzeichen schlau zu werden: Textzitat

Was aber klar zu ersehen ist, ist, dass es um verschworene Kasten geht, die den Monarchen halb Europas am Zeug flickten und dabei sogar reich wurden, und dass deren Tätigkeit mit – siehe die fünfte Zeile am Ende – sauner, also mit der Salzgewinnung, um nicht zu sagen, mit der Versalzung des Reichs zu tun hatte, die man unaufhörlich betrieb, der Kostbarkeit wegen. – Nun, dass hier nicht herkömmliches Speisesalz noch Streusalz gemeint sein kann, scheint mir klar zu sein. Man beachte auch den Gebrauch von plaisir, naufrage und bris in ein und demselben Satz, wobei für Nicht-Juristen an das droit de bris et de naufrage, das Recht erinnert sei, sich Strandgut und Trümmer (von havarierten Schiffen) anzueignen, was ein Hinweis auf die Herkunft jenes Salzes aus Übersee sein könnte. Wofür das Wort bris alleine stehend sonst noch stehen könnte, möge jeder bei Mozin, aaO, Tome I, p. 225, selber nachlesen, der keine ausreichende Phantasie hat, es sich selbst auszusinnen. Es geht um organisierte Zwangsprostitution mithilfe von Drogensucht – und das (ob der offenbar fortgeschrittenen Entwicklung anno 1582 wohl schon) im frühen 16. Jahrhundert, also kurz nach Entdeckung Amerikas durch Columbus. Und von Magnetismus und Raub ist schließlich auch noch die Rede.

Aber mich schickt man zum Psychiater!

2254

Um das noch deutlicher zu machen, hier noch ein, das oben in der vierten Zeile vorkommende Wort iect betreffender Ausschnitt aus dem Trévoux, Tome cinquième, p. 39, wobei auf die Bedeutung (la terre qu’on tire) entlang des aufgerissenen Grabens (fosse) hingewiesen wird (auf die “gezogene Spur” also):

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Diese alten Wörterbücher, die man bei www.gallica.bnf.fr und www.archive.org findet, sind einfach Gold wert.

[La betulia liberata by WOLFGANG AMADEUS MOZART]

20100326, 1959

Betulia heißen zwei Gemeinden in Kolumbien, und so hieß eine Bergfestung in Palästina zu biblischen Zeiten. Betula aber ist auf Lateinisch die Birke. – Finden grüne Birkenzweige nicht Verwendung beim Saunieren, um einander den Rücken zu geißeln? Durchblutungsfördernd soll das sein, glaube ich. – Der Silas im Da Vinci Code verwendet freilich Deftigeres.

[Fortsetzung in: Zur sexuellen Ausbeutung von Kindern: aus Sicht beider Seiten, die dann eins sind. Teil II.]

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